2f-Gleisbau

Für Feldbahnen im Maßstab 1:22,5 ist kaum industrielles Gleismaterial verfügbar. In der korrekt umgerechneten Spurweite von 26,7 mm gibt es gar keinen Markt und das Regner-Gleismaterial mit 30 mm Spurweite erinnert eher an Schmalspur als an zierliche Feldbahnen. Der Selbstbau wird somit zur Pflicht. Hier einige Vereinbarungen, Muster und Werkzeuge für meinen Feldbahn-Gleisbau.

Übersicht

Wohl oder übel baue ich Feldbahn-Gleise im Maßstab 1:22,5 selbst, da ein kein industrielles Material hergestellt wird. Auch im Bereich der Kleinserienhersteller sieht es nicht besser aus. Einzig Regner stellt seit vielen Jahren für die Spurweite von 30 mm fertiges Gleismaterial her. Neben geraden und in 2 Radien gebogenen Gleisen ist eine Sorte Weichen verfügbar. Leider ist dieses Material wegen seiner Größe nicht für jeden Einsatzzweck nutzbar. Im Folgenden stelle ich meine Gleisnorm vor.

Situation im Vorbild

Feldbahnen gibt es seit dem 19. Jahrhunderts, anfangs für den Handbetrieb. Mit dem Aufkommen der Dampflokomotiven und später den Feldbahn-Dieseln wurden stärkere Schienen wegen der gestiegenen Traglasten benötigt. Die Tabelle zeigt eine Auswahl verbreiteter Profile:

Profil Höhe Anmerkung
S5 50 mm Feldbahn, handbetrieb
S7 65 mm Feldbahn, leichte Fahrzeuge
S10 70 mm Feldbahn
S12 80 mm
S18 93 mm Feldbahn und Heeresfeldbahn
S20 100 mm Feldbahn, schwere Fahrzeuge
S24 115 mm

Am häufigsten wurde für leichte Feldbahnen das S10-Profil verwendet. Seit den 50-er Jahren werden deutlich größere und schwerere Feldbahn-Loks gebaut (z.B. Diema DS90 mit 10t Gewicht). Feldbahnbetriebe, die schwerere Fahrzeuge einsetzen, mussten auch die Gleisanlagen modernisieren und größere Profile einsetzen.

Umrechnung ins Modell

Im Modell wird die Profilhöhe mit einer Angabe CODEXX festgelegt, dabei gilt:

 Profilhöhe [mm] = (CodeXX * 25,4) / 1000

Handelsübliche Profile sind:

Profil Modell HöheModell HöheVorbild
CODE 100 2,50 mm 56 mm
CODE 124 3,15 mm 71 mm
CODE 143 3,63 mm 82 mm
CODE 200 5,08 mm 114 mm
  • Code 100: Modellgleis H0
  • Code 124 und Code 143: Modellgleis 0
  • Code 200: Modellgleis 1m

Die oben aufgeführten Profile ergeben umgerechnet ins Modell:

Profil Höhe
S5 2,22 mm
S7 2,89 mm
S10 3,1 mm Code 124
S12 3,6 mm Code 143
S18 4,13 mm
S20 4,44 mm
S24 5,11 mm Code 200

Das Regner-Gleis mit einer Profilhöhe von gut 5 mm entspricht im Vorbild ungefähr einem S24-Gleis, das für Schmalspurbahnen verwendet wurde. Im Modell passen Code 143 Gleisprofile sehr gut zu den häufig verwendeten S10/S12 Profilen. Gerade das Code 143-Material (Hersteller PECO) ist sehr angenehm, da es gern von Spur0-Modellbauern verwendet wird und bei Wenz-Modellbau erhältlich ist.

Heute sind kaum Feldbahnen übrig geblieben. Viele Betriebe haben in den 80-er und 90-er Jahren den Feldbahnbetrieb eingestellt und Gleisanlagen abgebaut. Erfreulicherweise werden für museale Zwecke Feldbahnen wieder aufgebaut oder instandgesetzt. Hier ist jedoch ein anderer Effekt zu sehen. Das Gleismaterial ist viel stärker als das Material der früheren Strecken. Das liegt vor allem daran, dass altes Material kaum erhältlich ist und viele dann Profile aus dem Schmalspurbereich nutzen. Ein anderer Grund ist die Modernisierung der Gleissysteme in einigen Betrieben seit den 60-er Jahren (vor allem in der ehemaligen DDR), da hier noch spät in modernere und schwerere Feldbahnen investiert wurde. Die folgenden Bilder geben einige Impressionen:

Interessant ist auch der Mix von kleinen und großen Profilen, der auch gut im Modell umgesetzt werden kann. Auf der großen Feldbahn finden wir solche Gleise häufig:

Also große Profile (vielleicht CODE200) geben der Feldbahn-Anlage einen leicht musealen Charakter. Ein paar Probleme wie z.B. die Verbindung der Schienen muss noch gelöst werden.

Schwellen

Auf welchen Schienenprofilen können welche Feldbahn-Loks fahren? Das kann nur beantwortet werden, wenn die Schwellen und der Schwellenabstand mit in Betracht gezogen werden. Bei den Feldbahnen üblich waren Stahl- und Holzschwellen.

Ralf Schreiner hat auf seiner Seite feldbahn.de einige interessante Tabelle für Feldbahn-Vorbilder abgelegt. Folgende Tabellen sind für Schwellen wichtig:

Zur Bestimmung der Schwellenabstände ist der Raddruck ein entscheidender Faktor. Der Raddruck ist vom Lokgewicht abhängig und bestimmt die Last die ein Rad auf die Schiene drückt. Bei 2-achsigen Fahrzeugen wird also das Lokgewicht durch 4 Räder geteilt. Meine eingesetzten Fahrzeuge Ns2, Ns2f sowie Decauville Typ 331 (Regner Kathi) wiegen im Vorbild alle so um die 6 Tonnen. Das ergibt eine Achslast von 3t und einen Raddruck von 1,5t.

Stahlschwellen

  • Für S12-Profile wurden Dachschwellen eingesetzt. Rillenschwellen waren eher für S10-Profile geeignet.
  • Für 600 mm Spurweite: Bo=70mm, Bu=120mm und h=36mm, Länge 1200mm
  • Ins Modell (Maßstab 1:22,5) umgerechnet: Bo=3mm, Bu=5,5mm und h=1,5mm, Länge=55mm => Leiterplattenmaterial ist geeignet. Schienenprofile können aufgelötet werden. Zuschnitt: 5,5mm * 55mm aus 1,5mm Material.
  • Schwellenabstand 500 mm bei 3t und 1000 mm bei 1,5t Raddruck => 22 - 45 mm im Modell.

Zusammenfassung:

Stahlschwellen: 
5,5 * 55 mm aus 1,5 mm Leiterplatten-Material, 
Schwellenabstand: 22-45 mm

Holzschwellen

  • Für 600 mm Spurweite: B=140-160 mm, H=100 mm
  • Ins Modell (1:22,5) umgerechnet: B=7 mm, H=4,5 mm
  • Schwellenabstand 500 mm bei 3t und 1000 mm bei 1,5t Raddruck => 22-45 mm im Modell.
  • Länge = 2  Spurweite = 2  600mm = 1200mm (Vorbild) = 53 mm (Modell)
  • Zuschnitt aus Leisten (Kiefern- oder Abachiholz) 7 * 5 mm, ca. 53 mm lang

Zusammenfassung:

Holzschwellen: 
7*53 mm aus 5 mm Kiefern- oder Abachiholz,
Schwellenabstand: 22-45 mm

Die Schwellen können wie folgt hergestellt werden:

  • Zuschnitt
  • Ritzen und Kanten schnitzen
  • Behandlung mit einer Drahtbürste
  • Farbgebung mit Modelmaster Gummi oder Beize Clou 163
  • Nachbehandlung mit Asoa-Puderfarben, verschiedene Schmutztöne

Schienenbefestigung

Wie werden oder wurden die Schienenprofile auf den Schwellen befestigt? Auf Holzschwellen können Schienenprofile genagelt, geschraubt oder auf Schienenplatten montiert werden. Letztere werden eher bei größeren Profilen verwendet. Nägel und Schienenplatten sind im Modell verfügbar. Auf der Unterseite Mustergleis (siehe Navigation rechts) stelle ich Produkte vor.

Auf Stahlschwellen werden die Gleisprofile verschraubt. In der Praxis gibt es verschiedenste Lösungen, wie die folgenden Bilder zeigen.

Im Modell werden die Profile auf die Schwellen gelötet.

Weitere Artikel

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