Grubenbahn - Gleisbau

Die Gleise für die Grubenbahn sollen sehr einfach aufgebaut und schnell herstellbar sein. Deshalb kommen Holzschwellen und Nageln auf keinen Fall in Betracht. Ich verwende Schwellen aus Leiterplattenmaterial und löte die Schienenprofile einfach auf. Diese Schwellen imitieren Stahschwellen, die es in Form von Dach- oder Rillenschwellen gibt. Wie sieht so ein Gleis aus?

Eine gute Vorlage ist die Mammut-Gleisdefinition von Carocar.

Hier ist der Schwellenabstand mit 31 mm und die Profilhöhe mit 3,2 mm angegeben. Die Größe der Schwellen ist leider nicht angegeben. Als Profile können die PECO-Profile aus dem Spur-0 Programm verwendet werden.

  • PECO Code 143 mit 3,63 mm Profilhöhe
  • PECO Code 124 mit 3,16 mm Profilhöhe

Das zuletzt genannte Profil ist allerdings nicht so einfach zu beschaffen. Das Code 143 Profil habe ich bereits bei 30 mm Gleisen verbaut und die Profilhöhe ist hoch genug für die großen Fermatec-Scheibenräder (Ns2 - 500 mm Raddurchmesser im Vorbild). Außerdem ist der Unterschied in der Höhe der beiden Profile bei etwas Betrachtungsabstand kaum feststellbar.

Peco-Profile im Vergleich

Es kann auch jedes andere Profil verwendet werden, die Materialart wie Neusilber ist hier nicht wichtig, da kein Strom fliesst. So ein Profil mit ca. 3,5 mm Höhe entspricht dem S10 oder S12-Profil beim Vorbild, das tatsächlich bei Feldbahnen verbaut wurde.

Welche Schwellen?

Bei der großen Feldbahn ist alles möglich. Deshalb sind genaue Vorbildbetrachtungen schwierig. Es gab irgendwie alles, neben Holz- wurden auch Stahlschwellen verbaut. Ich werde die Schwellengrößen für mich selbst festlegen, wobei einige Hinweise in der Literatur hilfreich sind.

Bei den Feldbahnsinnigen habe ich ein Dokument gefunden:

Feldbahngleis Stahlschwellenprofile, Copyright by B. Matthäus (58.2 kB)

Hier sind die Stahlschwellen mit 6 mm Breite definiert. Die Höhe ergibt sich aus der Stärke des Leiterplattenmaterials. 1,6 mm sind eine perfekte Höhe für Dachschwellen.

Im Buntbahn-Forum gibt es einen netten Artikel zum Thema Rillenschwellen. Auf einer Fräse habe ich die Schwellenherstellung versucht. Mit einem Gravurfräser wollte ich die Rille und die Randabschrägung einbringen. Die Ergebnisse waren nicht überzeugend, sodass ich nun doch Dachschwellen imitieren werde. Die folgende Abbildung zeigt auch, dass die Unterschiede nicht so groß sind.

Gleisnorm

Als Zusammenfassung der bisherigen Betrachtungen sieht das Gleis wie folgt aus:

Abmessungen Gleisprofil

Maßzeichnung Gleis

Parameter Wert
Schwellengröße 40 * 6 mm, 1,6 mm dick
Schwellenabstand 35 mm
Abstand an den Schienenstößen 6 mm

Ein Stück des Stückgleises ist 161 mm lang und hat 5 Schwellen.

Stückgleis

Diese Gleisabschnitte will ich mit einer Form anfertigen. So kann bereits vor dem Anlagenbau eine Menge an Gleisen hergestellt werden.

Mustergleise

Mit den vorgestellten Gleisbauformen habe ich einige Mustergleise gebaut. Neben einem geraden Gleis habe ich ein gebogenes Gleis mit 150 mm Radius angefertigt. Die Länge beträgt 30°, sodass 12 Teile einen Vollkreis ergeben. Weitere Radien 200 mm und 250 mm kamen hinzu.

Fertig aufgebaute Stückgleise, Rostspuren im Detail.

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Der engste Radius von 150 mm ist eine Herausforderung. Ob diese Größe praxistauglich ist, müssen Fahrversuche zeigen. Auf den Gleisen mit 200 mm Radius fährt der Prototyp des B 660 Tenders sehr geschmeidig.

Fazit

Der Gleisbau mit den Formen geht erheblich leichter von Hand als die Montage auf der Anlage. Die gebogenen Gleise mit dem Radius von 150 mm sind für größere Gleisbögen (Viertel- oder Halbkreis) zu eng. Vereinzelt können sie eingesetzt werden. Eine andere Variante der Gleisherstellung ist der 3D-Druck. Beispiele auf Shapeways zeigen, das andere Modellbahner sich diesen Themen bereits gewidmet haben. Zum einen werden gedruckte Dach- und Rillenschwellen gezeigt und zum anderen komplette Gleise. Vielleicht erreicht mich diese Technologie später noch, da es für die Stepcraft-Fräsen auch einen 3D-Druckkopf gibt.

Jetzt fehlt noch eine Montageform für eine Weiche. Das ist jedoch ein besondere Aufgabe, die ich später erledigen will.