Ein Feldbahn-Güterwagen

Feldbahnen werden meist mit kleinen zweiachsigen Loren und Muldenkippern in Verbindung gebracht. Dabei gab es gerade bei den Heeresfeldbahnen auch viel größere Güter- und Personenwaggons. So ein 4-achsiger Güterwaggon ist eine willkommene Abwechslung auf der Lorenbahn.

Güter- und Personenwaggons auf Feldbahnen gab es wirklich in den Zeiten der Heeresfeldbahnen. In einigen Museen sind diese heute noch ausgestellt.

Das Bild zeigt einen gedeckten Güterwagen im Dampflokmuseum Neuenmarkt. Alle dort ausgestellten Feldbahn-Wagen stehen auf 600 mm Gleisen.

So einen Güterwagen kann man im Modell selbst bauen oder aber einen vorhandenen Wagen umbauen. Mit der Anregung bei den Feldbahnsinnigen habe ich einen Faller Güterwagen in Spur 0 erworben und umgebaut. Diese Güterwagen gehörten zu der früher von Faller gefertigten Spielzeugeisenbahn. Diese Teile sind heute nur noch aus zweiter Hand erhältlich. Im Maßstab 1:45 (Spur 0) sind das normalspurige Güterwagen, die sich im Maßstab 1:22,5 auch für Feldahnen eignen. Zum Umbau gehört ein neues Fahrgestell mit zweiachsigen Drehgestellen und etwas Farbe. Der Umbau erfolgte bereits im Sommer 2012, jedoch habe ich textuelle Aufbereitung erst jetzt vornehmen können.

Die Bildvergleiche zeigen, dass die Proportionen des Wagens mit den Figuren und Loks im Maßstab 1:22,5 durchaus stimmig sind.

Für die Fahrwerksteile habe ich Materialien von Regner gewählt:

  • 1 Satz Messing-Drehgestelle (Artikel 75150)
  • 2 Paar Metall Achsen mit Rädern (Artikel 75018L)
  • 2 Stück Tellerpuffer (Artikel 75036)

Die Drehgestelle und Achsen sind aus Messing und bringen einiges an Masse auf die Waage. Ein Drehgestell mit Achsen wiegt 63 Gramm.

Die Teile der Drehgestelle waren reine Gussteile, die noch bearbeitet werden mussten. So wurde die Achsbohrungen von 3 mm hinzugefügt.

Zusammengebaut laufen die Drehgestelle auch ohne Spitzlagerung super.

Der Faller-Waggon war einfach konstruiert, die Zerlegung in Rahmen und Unterboden benötigte kein Werkzeug.

Das Original-Wagengestell aus Kunststoff konnte ich nicht weiter verwenden. Das neue Wagengestell wollte ich aus Messing-Profilen bauen.

Der Rahmen ist so ausgelegt, dass er mit dem Wagenkasten verschraubt werden kann. Zusammen mit dem beiden Drehgestellen wiegt der Rahmen 213 Gramm.

Der gelötete Rahmen wurde sandgestrahlt und in schwarz lackiert.

Die Drehgestelle wurden nach dem lackieren montiert. Komisch ist, dass die Teile nur ineinander gesteckt werden und mit Federn halten.

Der Wagenkasten wurde in braun lackiert und anschließend mit Puderfarben von ASOA behandelt.

Die Drehgestelle und der Rahmen bekamen noch dezente Alterungsspuren mit Rostfarbe.

Zum Schluss des Beitrags noch einige Bilder des fertigen Wagens. Der Wagenkasten mit Dach wiegt 165 Gramm, sodass der Wagen auf ein Gesamtgewicht von ca. 380 Gramm kommt.