Lorenräder dunkel färben

Lorenräder beziehe ich von Fermatec. Räder für Loren und Radscheiben für Loks sind aus Edelstahl gefertigt. Daneben gab es auch Feldbahn-Räder sowie Räder für Grubenhunte aus Messing. Weder Edelstahl noch Messing können unbehandelt auf die Modellbahnanlage gelassen werden. Sie müssen gefärbt werden, aber wie?

Räder können durchaus lackiert werden, wobei diese Farbgebung nicht besonders haltbar ist. Viel besser ist die Brünierung mit chemischen Mitteln. An einem Wochenende wollte ich jede Menge Edelstahl- und Messingräder färben.

Als Chemikalien standen mir zur Auswahl:

  • Patina für Weißmetall (In Foren auch als Raischähbrüh bezeichnet) von RS-Modelle (Artikel 2003) und
  • Pariser Oxid, das es bei Händlern des Goldschmiedebedarfs gibt. Die Flasche enthält ein gebrauchsfertiges palladiumhaltiges Schwarzfärbebad für Silber- und Kupferlegierungen.

Pariser Oxid in der 20 ml Flasche von Gebr. Ott GmbH.

Messingräder

Im ersten Versuch habe ich ein Messingrad mit der Weißmetall-Patina behandelt. dabei benutzte ich einen Pinsel und habe das Rad angestrichen Nach kurzer Zeit waren die ersten Verfärbungen sichtbar. Das Ergebnis ist jedoch nicht die gleichmäßige dunkle Verfärbung, die ich erwartet hatte. Dennoch ist die Färbung brauchbar.

Im nächsten Versuch lies ich das Messingrad einige Minuten in der Brühe liegen. Dabei waren chemische Reaktionen zu sehen, zu hören und zu riechen. Das Ergebnis ist allerdings etwas zu viel. Der Kupferanteil im Messing scheint durch. Nach langem Hinsehen wirkt das Rad schon stark verrostet, was ein einer gealterten Lore sicher gut aussieht.

Im nächsten Versuch habe ich das Messingrad für einige Sekunden in Pariser Oxid gelegt. Bereits nach wenigen Sekunden setzt die Färbung ein. Die kurze Färbezeit reicht aus, eine lange Einwirkzeit verstärkt das Ergebnis nicht sonderlich.

Dieses Ergebnis hat mir gefallen und alle weiteren Messingräder wurden gebadet.

Edelstahlräder

Das Färben von Edelstahl ist problematisch. Die Weißmetall-Patina hat überhaupt keine Wirkung. Pariser Oxid zeigt nach einiger Badezeit etwas Wirkung. Das Rad wird zwar nicht schwarz, jedoch etwas dunkler. Leider sieht die Oberfläche etwas komisch aus.

Nachdem ich die Edelstahlräder für mehrere Stunden in dem Pariser Oxid ließ, zeigte sich ein anderes Bild. Die Edelstahloberfläche wurde so stark angegriffen, dass Rost sichtbar wurde.

Auf dem Bild sind Räder mit verschiedenen Liegezeiten zu sehen. Während die unteren Räder mehrere Stunden badeten und eine interessante Alterung zeigen, ist bei den Anderen kaum eine Färbung sichtbar.

Den Rosteffekt hatte ich nicht erwartet, er wirkt jedoch sehr authentisch.

Fazit

Eigentlich gibt es neben der reinen Färbung noch einen gewünschten Effekt: die Alterung. Für meine Modellbahn möchte ich eher diesen Effekt sehen. Deshalb sind wirken bei Messingrädern beide Chemikalien sehr gut. Die Färbung mit dem Pariser Oxid ist dabei stärker. Es sollen aber auch nicht alle Räder gleich aussehen, was für die Nutzung beider Varianten spricht.

Bei Edelstahl sieht das Ganze etwas anders aus. Obwohl die Alterung durchaus brauchbar aussieht, ist eine gleichmäßige Färbung mit den gezeigten Mitteln nicht erreichbar. Für meine Zwecke ist jedoch der Effekt ausreichend.

Das Färben von Edelstahl ist nach meinen Internet-Recherchen nicht so einfach. Es gibt zu diesem Thema viele Fragen, Lösungsvorschläge und Lösungen.

Achtung: Die Chemikalien sind umweltschädlich und müssen speziell entsorgt werden. Auf keinen Fall einfach ins Klo kippen. Ich habe das verbrauchte Pariser Oxid gesammelt und bringe es zu einer Entsorgungsstelle.