Feldbahn-Mustergleis für den Modulbau

In der Vergangenheit hatte ich den Gleisbau an Übungsstücken immer wieder probiert und einige Festlegungen getroffen. Jetzt ist es Zeit für eine Auffrischung, Aktualisierung und Konkretisierung des Themas.

Eines der wichtigsten Themen für meine Feldbahn-Module ist der Gleisbau, denn schließlich sollen Feldbahnen auf ihnen fahren. Im Beitrag Gleisbau habe ich schon einige Festlegungen beschrieben. Jetzt habe ich noch ein Mustergleis gebaut, bei dem ich die Techniken verfeinert habe.

Schwellen

Auf den Modulen möchte ich Holz- und Stahlschwellen einsetzen. Die Stahlschwellen werden einfach aus Leiterplattenmaterial zugeschnitten. Bei den Holzschwellen sind mehrere Bearbeitungsschritte notwendig.

Die Holzschwellen werden in 4 Arbeitsschritten aufbereitet:

Zuschnitt

Die Schwellen habe ich aus Lindenholzstangen 5 * 7 mm auf eine Länge von 50 mm hergestellt. Das Lindenholz ist sehr weich, sodass die Gleisnägel einfach eingedrückt werden können. das Material stammt von Massivholz-Werkstätten Horschig.

Schwellen schnitzen, bürsten und ritzen

Damit die Schwellen nicht alle gerade und fabrikneu aussehen, habe ich jedes einzelne Stück mit einem Messer behandelt. Zuerst wurden die Kanten gebrochen und danach die Oberfläche mit einer Stahlbürste behandelt und mit einem Messer geritzt. Das wirkt nach der Beize und Alterung richtig abgenutzt.

Farbe

Die geschnitzten Schwellen erhielten ein Beizen-Bad in Clou 165 Eiche Dunkel. 2-3 Stunden mussten die Holzteile in dem Bad verweilen, bis die geeignete Färbung vorhanden war.

Alterung

Zum Abschluss habe ich die Holzschwellen mit Asoa-Puderfarben behandelt. Mit dem harten Pinsel habe ich zuerst weißes und anschließend wenig grünes und braunes Schmutzpuder aufgetragen. Diese Alterung mache ich jedoch erst, wenn die Schwellen bereits aufgeklebt sind.

Untergrund vorbereiten

In diesen Schritt falle alle Handgriffe, die vor dem verlegen der Gleisprofile notwendig sind:

  • Untergrund leicht anschleifen
  • 2 mm Kork mit Weißleim aufkleben und anpressen
  • Schwellen und Gleise anzeichnen (Schwellenabstand 30 mm)
  • Schwellen aufkleben
  • Schwellen mit Puderfarben altern
  • 2 mm Füllmaterial aufkleben
  • Füllbereich dunkel einfärben
  • Gleisbett mit Klarlack versiegeln
  • das Füllmaterial wird verwendet, damit die Sand-/Schottermenge klein bleibt. Neben den Materialkosten spielt dabei vor allem das Gewicht eine Rolle.
  • Die gebeizten und gepuderten Schwellen müssen mit Klarlack versiegelt werden, weil sonst der dünnflüssige Schotterkleber bzw. auch der Fliessverbesserer die Beize angreift und unschöne Verfärbungen entstehen können.

weitere Aktivitäten:

  • Sand, Schotter, Flocken auftragen und mit Schotterkleber fixieren

Klassischen Schotter findet man bei Feldbahnen kaum. Die Gleise liegen eher auf dem Erdboden oder auf Sand. Ich habe mich bei diesem Muster für erdfarbene Schotterung entschieden. Anstatt gefärbten Quarzsand zu verwenden, habe ich ein Gemisch verwendet:

  • einige Schottersteine aus der großen Kiste
  • viel Faller 749 Sand erdbraun
  • weniger Faller 750 Sand ackerbraun
  • noch weniger Faller 755 Streumaterial sandbraun

Diese Zutaten gut verrührt zwischen den Schwellen verteilt, ergibt die Schotterung. Das Faller-Material ist viel leichter als Quarzsand. Neu ist hier für mich der Zeitpunkt des Schotterns. Diesmal habe ich nicht nach dem Gleisbau geschottert, sondern vorher. Das geht fiel einfacher, allerdings weiß ich noch nicht, wie ich das bei den Weichen mache.

Als Schotterkleber habe ich das typische Gemisch aus Weißleim, Wasser und ein wenig Spüli verwendet. Zusammen mit dem Fließverbesserer von Asoa konnte der dünnflüssige Leim gut mit der Pipette verteilt werden. Bei der Auswahl eines geeigneten Schotterklebers bin ich noch nicht weiter. Der Asoa-Kleber ist mir zu teuer und der HEKI 1830 Schotterkleber benötigte einen zweiten Auftrag. Als nächstes werde ich mal den Schotterkleber von Spurenwelten probieren.

Nach der Flutung des Gleisbetts mit Leim habe ich noch einige grüne Flocken verteilt, die ein wenig Vegetation andeuten sollen. Neben den Noch Turf Bodenflocken grob in verschiedenen Farben sieht die Noch Flockage fein in verschiedenen Farben auch gut aus.

Gleismontage

Als Gleisprofil verwende ich ausschließlich das Peco IL-7FB-Profil in Code 143. Die Profilhöhe von 3,6 mm entspricht im Vorbild etwa dem S12-Profil. Von Wenz-Modellbau gibt es nützliches Zubehör:

Die Rippenplatten werden inklusive Klemmeisen geliefert, die jedoch nicht benötigt werden. Insgesamt sehen die Rippenplatten nett aus, sie sind jedoch nicht notwendig. Die Gleisprofile können auch direkt auf die Holzschwellen genagelt werden.

Die Profile habe ich vor dem Verlegen mit Rost-Farbe von Model-Master behandelt, ebenso die Rippenplatten. Das Ablängen der Neusilberprofile von PECO erledige ich mit einer PROXXON-Kreissäge KS230 und einem Metallsägeblatt. Der Rest der Gleismontage ist dann Handarbeit. Mit Zange und einem Stück Hartholz als Eindrückhilfe setze ich Nagel für Nagel. Da die Rippenplatten bereits Bohrungen für die Nägel haben, ist die Nagelposition einfach zu finden. Für den richtigen Profilabstand verwende ich Spurlehren.

Fazit

Das entstandene Gleis nach dieser Baumethode empfinde ich als optisch schick und stabil. So möchte ich Gleise auf den Modulen verlegen. Bezüglich des Schottermaterials und der Schotterhöhe kann es Variationen geben.