Ein Mustergleis in 0f entsteht

Auf einem Stück Holz entstand ein Gleismuster mit einem Bogen (Radius 200 mm) und verschiedenen Schotterungen. Ich habe die Gleise auf dem nackten Holz verlegt, da mir eine Dämmung bei den niedrigen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge nicht notwendig erscheint. Außerdem verkehren nur ein oder zwei Loks. Der Untergrund sollte vor dem Aufsetzen der Schwellen mit einer wasserfesten Lackfarbe vorgestrichen werden. Das Einschottern ist ein sehr feuchter Vorgang, bei dem das Holz sonst zu sehr getränkt wird.

Das Ausgangsmaterial für die Schwellen ist einseitig kupferkaschiertes Leiterplattenmaterial mit einer Stärke von 1,5 mm sowie Holz (hier Balsaholz) in der gleichen Stärke. Alle Schwellen habe die gleiche Länge.

Das Rohmaterial wird mit einer Kreissäge passend zugeschnitten. Die Schwellen aus dem Leiterplattenmaterial werden in der Mitte geritzt, damit eine elektrische Unterbrechung entsteht. Schöner und aufwendiger ist das Ätzverfahren, bei dem die Unterbrechung nach der späteren farblichen Behandlung nicht mehr sichtbar ist. Ich habe hier mit einem Fräser geritzt.

An einer Mittellinie entlang werden die Schwellen positioniert und mit Alleskleber befestigt. Die Pertinax-Schwellen sind immer da zu verwenden, wo Lötpunkte notwendig sind. Auf geraden Strecken sind das weniger als in Bögen. Ich habe hier fast nur Pertinax-Schwellen verwendet. Die Schwellen können auch krumm und schief gelegt werden, so war das auch auf den richtigen Feldbahnen.

Mittels Krause-Gleisklammern (erhältlich bei Fohrmann) werden die Schienenprofile aufgelegt. Wenn es optisch passt, können die Profile, von einer Seite beginnend, auf die Pertinax-Schwellen gelötet werden.

Und so geht es immer stückweise in den Bogen hinein. Das Verlegen von Bögen geht mit den Krause-Klammern ganz einfach, da die Krümmung nach dem Festziehen der Klammern bestehen bleibt. Dennoch sollte vor dem Löten noch die Probe mit einem Radsatz gemacht werden. Abweichungen von der Spurweite können so noch korrigiert werden.

Hier der erste Anstrich mit einer braunen Farbe. Schwellen und Profile werden gleichermaßen in einem Gang behandelt. Die Schienenprofile können später mit feinem Sandpapier gereinigt werden. Im oberen Teil des Bildes liegt zum Vergleich ein H0n2-Gleis von Burmester. Meine zugeschnittenen Schwellen sind noch etwas zu breit und zu gerade verlegt.

Das erste Stück des Gleismusters habe ich mit Asoa-Schotter versehen. Die Verteilung ist recht mühevoll mit einem Pinsel zu bewerkstelligen. Die Befestigung erfolgte mit dem Schotterkleber des gleichen Herstellers. Beim Vorbild war Gleisschotter nicht so verbreitet. Hier wurde eher Feinkies oder gar nichts verwendet.

Im zweiten Teil erfolgte eine Nachbildung von Feinkies mittels Quarzsand. Dieser kann mit dem Pinsel fein verteilt und anschließend mit Schotterkleber befestigt werden. Bei diesem Gleisstück wurde wenig Schottermaterial verwendet, gewissermaßen als Andeutung eines Sandbodens.

Das Stück in der Mitte erhielt eine ordentliche Ladung Schotter, sodass die Schwellen teilweise verdeckt sind. Diese Art sieht sehr nach Werksgelände aus. Bei allen Schottervarianten wurde abschließend eine farbliche Behandlung mit der Schotterbett-Verschmutzung von Asoa getätigt.

Montagehilfen

Die Verwendung von Schienenprofilen ist ähnlich der von Flexgleisen. Ein paar Hilfsmittel sind jedoch notwendig. Ich arbeite gern mit den Krause-Gleisklammern, mit denen die Profile eingespannt werden. Zwei Stück sind ein Minimum. Wenn der Abstand zwischen den Gleisklammern während der Montage größer gewählt wird, so sollte die Spurweite immer mit einem Radsatz oder eine Spurweiten-Lehre (die gibt es bei Hobby-Ecke Schuhmacher oder Wenz Modellbau in der Baugröße H0m) überprüft werden.

Zusammenfassung

Das Herstellen von Gleisen aus Schwellen und Gleisprofilen ist mit einfachen Mitteln zu bewerkstelligen und nicht komplizierter als die Verlegung von Flexgleisen. Weitere Anregungen - wenn auch in H0e - sind auch bei Frank Jacob zu sehen. Das Einschottern mit einem Quarzsand sieht vorbildgetreu aus. Zu beachten ist noch, dass wegen der Spurkranzhöhe nur an den Außenseiten der Profile - unter Verwendung von wenig Zinn - gelötet wird.