Ein Mustergleis in 0f auf Holzschwellen

Nach dem ersten Versuch habe ich mich eigentlich schon für Pertinaxschwellen und Lötmontage entschieden. Aber dennoch möchte ich die Betrachtungen nicht ohne Untersuchung der Alternativen abschließen. Die Alternativen sind die Verwendung von vorbildgerechten Holzschwellen oder kleineren Pertinaxschwellen als Stahlschwellenimitation. Stahlschwellen wurden übrigens oft bei Fertiggleisen verwendet.

In diesem zweiten Versuch möchte ich einmal die Holzschwellen betrachten. Die Montage erfolgt mit Nägeln und Hammer. Als Schwellenmaterial kommt Abachi-Holz zum Einsatz. Es können natürlich auch andere Holzsorten verwendet werden. Marcel Ackle nutzt Kiefernholz-Leisten. Ich habe die Abachi-Schwellen von Wenz Modellbau bezogen. Für Spur 0 haben diese eine vorbildgetreue Höhe von 2,8 mm. Das ist fast doppelt so hoch wie bei den Pertinaxschwellen (Höhe 1,5 mm). Wenn Holz- und Pertinaxschwellen gemischt eingesetzt werden, können auch Holzbrettchen aus Abachi-, Kiefern- oder Buchensperrholz mit einer Höhe von 1,5 mm bei Modulor bezogen werden.

Aufbau

Für den Testaufbau habe ich eine kleine Sperrholzplatte verwendet.

Nach dem Zuschnitt werden die Schwellen mit Holzkleber auf die Platte geklebt. In der späteren Praxis auf einer Modellbahnanlage wird die Grundplatte erst mit einer wasserfesten Lackfarbe grundiert. Die nasse Einschotterung kann so nicht in die Grundplatte einziehen. Hier habe ich darauf verzichtet und die Schwellen gleich auf das Holz geklebt. Nach dem Trocknen können die Schwellen mit einer Drahtbürste in Faserrichtung behandelt werden.

Zur farblichen Gestaltung können die Schwellen gebeizt oder bemalt werden. Im Bereich der Normalspur würde man eine schwarze Beize verwenden, da die Schwellen im Original ordentlich imprägniert werden. Bei den Feldbahnen reicht ein brauner Anstrich oder eine Verwitterung mit der Asoa-Beize verwittertes Holz. Ich habe hier gebeizt und später dennoch gestrichen.

Die Schienenprofile (hier Code 83) werden mit feinen Schwellennägeln befestigt. Die geschwärzten Hakennägel stammen von Wenz Modellbau. Sie sind etwas groß. Seit einiger zeit gibt es auch kleinere Nägel (Microspikes), die eher für den schmalspurigen Oberbau geeignet sind. Die Verarbeitung scheint nicht ganz unproblematisch. Ein wenig Übung kann nicht schaden. Bei mir haben sich beim Eindrücken der Nägel ständig die Köpfe verdreht. Das Eindrücken in das weiche Holz scheint mir geeigneter zu sein als das Nageln mit einem Hammer.

Wichtig ist, dass die Profile mit Spurlehren gut fixiert sind, da sonst ein Verrutschen nicht ausgeschlossen ist. Ab und zu gelingt mir auch ein gutes Nagelergebnis. Die Profile sitzen auch ordentlich fest.

Zum Schluss erfolgt eine farbliche Behandlung mit verdünnter Farbe. Die Farbe sollte wirklich dünnflüssig sein, damit die feine Holzmaserung nicht zugekleistert wird. Schwellen und Schienen erhalten bei mir die gleiche Farbtönung. Die Oberseiten der Schienenprofile werden später mit einem Schleifschwamm gesäubert.

Während die Hölzer im Roh- oder gealterten Zustand noch sehr gut aussehen, ist nach einer farblichen Behandlung vom Holz nicht mehr viel sichtbar. Nur bei Betrachtung aus kurzen Entfernungen sind die schönen Hölzer erkennbar. Wie sieht nun der Vergleich zu den Pertinaxschwellen aus?

Vergleich

Für die Schotterungen wollte ich wieder die zwei Varianten mit Steinschotter und Sand verwenden. Im Bereich der Feldbahnen ist die Sandschotterung sicherlich verbreiteter. Der erste Vergleich zeigt die Schotterung mit Granitschotter von Asoa. Links ist der direkte Vergleich der zwei Gleismuster (der untere Teil wurde hier vorgestellt). Auch hier wurde eine Mischbauweise eingesetzt. Zwischen den Pertinaxschwellen sind immer wieder Echtholzschwellen zu finden. Bei der Betrachtung aus der Ferne sind die Unterschiede nicht so riesig. Die feinen Schienennägel kommen nicht mehr richtig zur Geltung. In der rechten Abbildung - in der näheren Betrachtung - sehen die Holzschwellen schon edel aus.

Die zweite Schotterung erfolgt mit Quarzsand. Dieser befindet sich hier noch im Rohzustand. Eine farbliche Behandlung steht noch aus. Auch hier gilt wieder, dass die Echtholzschwellen im Detail besser aussehen. Die Nägel kommen nicht so richtig zur Geltung. Aber wie die Schienenprofile auf den Holzschwellen befestigen?

Also mir gefallen die Holzschwellen. Der Aufwand des Nagelns ist aber enorm. Ich Bereich der Weichen möchte ich aus Gründen der Betriebssicherheit diese Methode nicht anwenden. Da ist doch mit Löten eine exaktere Positionierung möglich. Auch trübt die farbliche Behandlung der Holzschwellen etwas das Betrachterbild.

Ich denke, dass die Verwendung von Holzschwellen im sichtbaren Bereich ohne Schotterung eine gute Wahl ist. Zum Beispiel auf Brücken oder im freien Feld als Nachbildung von fliegend verlegten Gleisen. Das leicht gebeizte Holz kommt hier erst richtig zur Geltung. So werde ich mich für eine Mischtechnologie auf Basis der Pertinaxschwellen entscheiden und reine Holzschwellen nur vereinzelt verlegen.