Ziegelei-Etagenwagen

Feldbahn-Etagenwagen wurden früher zu den Zeiten der Ziegeleien für den Transport der Ziegel innerhalb der Betriebe verwendet. Sehr oft wurden diese Loren einfach durch Muskelkraft bewegt. So eine einfache Lore habe ich aus Messing-Profilen und ein Wenig Holz gebaut.

Ein Etagenwagen ist ein typisches Fahrzeug, das in Ziegeleien eingesetzt wurde. Auf ihm wurden die Rohlinge aus der Formgebung zu den Trocknungsplätzen befördert. Meist wurde dieser Transport manuell auf den innerbetrieblichen Gleisen bewerkstelligt.

Die folgende Tabelle zeigt die Abmessungen des Modells und die Umrechnung in die Originalgröße. Der Vergleich mit dem Steinewagen (siehe Bilder weiter unten) und Figuren zeigt, dass das Modell etwas zu groß geraten ist. Der Abstand der Etagen und damit die Gesamthöhe hätten etwas kleiner ausfallen können.

Modell Original
Länge 46 mm 2,07 m
Breite: 24 mm 1,08 m
Höhe: 47 mm 2,12 m
Achsabstand: 18 mm 0,81 m
Masse: 15 g

Aufbau

Der Etagenwagen wurde aus Messingprofilen und Zurüstteilen von Rolf Tonner gefertigt. Der Lorenrahmen besteht aus Messing U-Profilen 5*2 mm (z.B. Modulor 130076), die verlötet wurden. Ebenfalls aus dem Sortiment von Rolf Tonner werden Achslager und Feldbahn-Achsen verwendet. Wichtig sind die exakten Bohrungen für die Achslager, damit die Achsen später auch wirklich parallel sitzen. Kleinste Abweichungen zeigen sich in schief sitzenden Achsen.

Die Breite des Wagens hängt stark von den verwendeten Achsen ab. Die Tonner-Achsen sind spitzgelagert und haben ein Länge von 20 mm. Hier muss sehr genau gearbeitet werden, da der starre Rahmen für das Einsetzen der Achsen nur begrenzt gespreizt werden kann. Hier ist es mir passiert, dass auf dem Papier alles hervorragend passte, aber nach dem Löten (Wärmeeinwirkung) hat sich die Breite verändert. Die Achsen können leider nicht gekürzt werden. Hier empfinde ich die kürzbaren Ècore-Achsen besser. Diese laufen zwar nicht spitzgelagert, das für die leichten Feldbahn-Trucks nicht so von Interesse sein sollte. Achslager und Achsen sind auch bei Ècore einzeln bestellbar.

Auf den Rahmen wurde ein Aufbau aus Stangenprofil 2*1 mm und L-Profilen gelötet. Der Abstand wurde hier eher willkürlich gewählt, ist aber insgesamt zu groß. Der Wagen bietet 4 Etagen.

Nach der Fertigstellung des Aufbaus ist der Etagenwagen bereits lackierfähig. Also Strahlen und matt lackieren.

In den fertigen Wagen können nun die Achsen eingesetzt werden. Hier zeigt sich die Genauigkeit des Aufbaus. Der Rahmen kann nur gering gespreizt werden. Wenn alles gut sitzt, ergibt sich ein ausgezeichnetes Rollverhalten durch die spitzgelagerten Achsen.

Der fast fertige Wagen kann nun die ersten Probefahrten überstehen. Dabei kann das Spurmaß nochmals überprüft werden.

Der Etagenwagen erhält einen Aufbau aus Holz. Ich verwende gern das festere Birkensperrholz (z.B. Modulor 122101) mit 1 mm Stärke. Der Zuschnitt kann mit einer kleinen Kreissäge erfolgen. Das Material ist wesentlich fester als das Balsaholz aus dem Flugmodellbau. Zuerst werden als Unterbau dünne Leisten auf die Längseiten geklebt. Die Befestigung auf dem lackierten Lorenrahmen erfolgt mit Zweikomponentenkleber. Die anschließende Lage Holz wird quer mit verdünntem Ponal aufgetragen.

Ich nehme gern den langsam klebenden Zweikomponentenkleber, damit nach dem Auflegen aller Hölzer noch Korrekturen vorgenommen werden können. Nach dem selben Schema wird mit den restlichen 3 Etagen verfahren.

Nach dem Trocknen wird das Holz mit der Asoa-Beize „verwittertes Holz“ behandelt. So sieht der Wagen nicht mehr ganz frisch aus. Eine Alterung des Rahmens mit Rost und Schmutz habe ich hier nicht weiter durchgeführt. Das könnte vielleicht später noch erfolgen. Im Vergleich mit dem Steinewagen sieht der Etagenwagen etwas groß aus. Aus dem Maßstab auf das Vorbild übertragen müsste der Wagen von zwei Personen geschoben werden. Warum eigentlich nicht? Viel kürzer dürfte er aber nicht sein, sonst stimmen die Proportionen mit der vorgegebenen (Achsenlänge) Breite nicht mehr.

Die Abbildung zeigt den Vergleich mit einem gebremsten Plattformwagen von Ècore. Die Dimensionen sind stimmig. Wenn der Wagen jetzt noch Kuppeldorne und Puffer besitzen würde, könnte er auch in einen Zug eingebunden werden.

Fazit

Dieser Wagen war der erste spontane Selbstbau eines Feldbahn-Fahrzeugs. Ein Wagen mit außenliegenden Achslagern lässt sich nicht viel kürzer gestalten. Die Proportionen wären stimmiger, wenn der Wagen innen liegende Achslager hätte und Länge sowie Breite reduziert werden. Aber auch ein Modell für Zugbildungen mit Kupplung und Puffern wäre in den gezeigten Dimensionen möglich. Ich würde dann aber die Verwendung eines fertigen Untergestells (z.B. Ècore oder Rolf Tonner) bevorzugen.