0f-Stirnwandwagen

Ein Stirnwandwagen basiert auf einem Plattformwagen, besitzt an den Stirnseiten zusätzliche Wände. Diese Wagen wurden oft zum Transport von fertigen Produkten eingesetzt und zählen damit auch zu den typischen Vertretern der Feldbahnloren. In Ziegeleien wurden Stirnwandwagen häufig zum Transport der fertigen Ziegel zu entfernt gelegenen Verladeplätzen transportiert.

Dieser Wagen wurde aus einem Ècore-Bausatz aufgebaut. Die folgende Tabelle zeigt die Abmessungen des Modells und die Umrechnung in die Originalgröße.

Modell Vorbild
Länge: 51 mm 2,30 m
Breite: 28 mm 1,26 m
Höhe: 36 mm 1,62 m
Achsabstand: 18 mm 0,81 m
Masse: 15 g

Aufbau

Der Bausatz des Ècore-Stirnwandwagens besteht wieder aus einem Lorenrahmen mit Quer- und Längsträger sowie Achsen, Achslagern, Kuppeldornen und einer Kuppelkette. Zusätzlich sind für den Aufbau zwei Rahmen für die Stirnwände und zwei Längsträger beigelegt. Und natürlich jede Menge zugeschnittene Holzleisten für den Aufbau. Die Einzelteile des Rahmens bestehen, bis auf die Räder, aus Messing. Die Qualität der Holzzuschnitte ist nicht berauschend, da die Leisten teilweise unterschiedliche Stärken aufweisen. Hier muss man vorher gut aussortieren oder gleich eigene Holzleisten zuschneiden.

Der Lorenrahmen kann mit den Achslagern und Kuppeldornen komplettiert werden. Die Stirnwände werden mit den Längsträgern winklig verlötet und separat auf den Rahmen gesetzt. Die Befestigung erfolgt wieder durch Löten. Der Aufbau ist insgesamt etwas breiter als der Lorenrahmen. Damit wird auch der spätere Holzaufbau breiter als der des Plattformwagens. Durch diese Verbreiterung kann der Querträger des Lorenrahmens erhalten bleiben. Er stört nicht mehr.

Alterung

Nach der Reinigung durch Sandstrahlen und Lackierung (RAL 9005 matt) kann die Alterung erfolgen. Das dezente Auftragen von Puderfarben für Schmutz und Rost sollte vor dem Aufbringen der Holzbeplankung erfolgen, da der notwendige Klarlacküberzug auf dem Holz nicht so gut aussieht. Ich habe hier leichte Rostspuren am Rahmen und den Achslagern mit einem Pinsel und Asoa-Puderfarben aufgetragen. Der Klarlacküberzug sollte ebenfalls per Airbrush mit wenig Druck aus größerer Entfernung erfolgen. In ersten Versuchen hatte eine Druckflasche mit Klarlack probiert, die aber die Puderfarben teilweise wieder weggeweht hat. Die Druckflasche lässt sich schwer dosieren. Der Klarlack sollte natürlich auch matt sein. Im anderen Falle wird die matte Lackierung wieder glänzend. Der Weinert-Klarlack kann mit ein wenig Mattierungsmittel (5 %) versehen werden.

Nach dem Trocknen können die Holzleisten mit Zweikomponentenkleber aufgesetzt werden. Ein Legen auf Probe ist von Vorteil, damit die letzte Leiste genau eingepasst werden kann. Die Holzteile können mit Asoa-Beize verwittertes Holz behandelt werden. So ergibt sich ein „richtig“ gebrauchter Wagen.

Impressionen

Die nachfolgenden Bilder zeigen das fertige Fahrzeug. Das im Bausatz enthaltene Holz ist sehr fasrig und muss gut nachbearbeitet werden. Dazu kommt, dass die Zuschnitte im Bausatz in der Stärke sehr unterschiedlich ausfallen. Beim nächsten Wagen werde ich das Holz wohl selbst auswählen und zuschneiden.

Zu einem späteren Zeitpunkt entstand noch ein zweites Exemplar des Stirnwandwagens. Der Aufbau aus dem Bausatz entspricht der vorangegangenen Beschreibung. Lediglich die Alterung wurde stärker durchgeführt. So wird jeder Wagen zu einem Unikat.