Ein stilles Feldbahn-Diorama in 1:87

Während der längeren Bauarbeiten an meinen großen Feldbahnmodellen habe ich Lust auf ein wenig Abwechslung. Ein kleines Diorama soll entstehen, bei dem ich mich nur um Landschaft und Gestaltung konzentriere. Die Szene stellt einen kleinen Ausschnitt der realen Feldbahnwelt dar. Hier soll sich nichts drehen oder bewegen, deshalb ist der kleine Maßstab 1:87 gut geeignet. In diesem ersten Teil stelle ich Ideen und Recherchen vor. Ein erstes Modellstück stelle ich in einem weiteren Artikel vor.

Auf einer Messe in Sinsheim habe ich bei den ausgestellten Anlagen etwas ganz Besonderes entdeckt: Die Modellbahnanlage „An der Ölverladung“ von Wolfgang Stößer (Vorstellung u.a. im Noch-Modellbauforum). Im hinteren Teil der Anlage ist eine nette Szene mit Feldbahnattrappen aufgebaut. Gut untermalt wird dieser Bereich durch einen Schweißer an einer Feldbahnlok mit realistischen Lichteffekten.

Besonders gut gelungen finde ich das Feldbahn-Stillleben, das auf den Gleis-Attrappen von Auhagen basiert. Das filigrane Gleismaterial und die engen Radien entschädigen dafür, dass die Feldbahn nicht rollt. So eine stille Szene erhebt nicht den Anspruch an realistische Betriebsabläufe (die ewige Oval-Diskussion), sie ist eben einfach nur ein Ausschnitt. Mehr Bilder von dieser Anlage habe ich auf der Unterseite Modellbahnanlage „Auf der Ölverladung“ abgelegt.

Die Idee finde ich gut und möchte mich auch einmal an so einer Szene probieren. Es ist nicht das erste Mal, dass mich mit kleineren Maßstäben beschäftige. Da war mal etwas in meiner Vergangenheit. Vor langer langer Zeit… Am besten ich erzähle die Geschichte in einem eigenen Artikel „Alte Geschichten über kleine Feldbahnen.“

Materialsichtung

Das wohl Wichtigste bei einem Feldbahn-Diorama ist das Feldbahn-Material. In dieser Baugröße mag ich keine Gleise und Weichen selbst bauen. Auch für Fahrzeuge sind meine Finger zu groß und meine Augen nicht mehr gut genug. Das Auhagen-Gleissystem kommt da wie gerufen. Eigentlich sind es ja nur Attrappen! Nur so ein bisschen Kunststoff. Aber die Detaillierung ist super gut. Die Filigranität der Teile erinnert mich ein wenig an die  Burmester-Artikel aus vergangenen Zeiten.  Ich möchte so etwas nicht funktionsfähig und betriebssicher bauen, sondern fertig einsetzen. Es muss nur schick, alt und gammelig aussehen. 

Das Gleissystem ist überschaubar. Es gibt eine linke/rechte Weiche und eine Y-Weiche. Dazu gerade Gleise in zwei Längen, gebogene Gleise für einen Radius und eine Drehscheibe. Alle diese Teile gibt es nur in zwei Packungsgrößen: ein kleiner Beutel (Auhagen 41701) und das Startset (Auhagen 41700) mit Gleisen, ein Lok und drei Loren. Die Kunststoffteile sind günstig, sodass auch größere Gleisanlagen gestaltet werden können. Schade ist, dass je Packung immer nur eine linke und rechte Weichen enthalten sind. So wird es unweigerlich passieren, dass am Bauende viele Packungen notwendig waren und damit auch Gleise übrigbleiben.

Dazu gibt es auch ein Feldbahndiesel Jung EL-105 und diverse Loren (Kipploren, Flachloren und Stirnwandloren). Auch diese Artikel sind nicht rollfähig, jedoch fein detailliert.

Nun hat auch die Firma Busch seit einigen Jahren die Feldbahn-Szene im Maßstab 1:87 neu belebt. Hier gibt es wahrlich ein umfassendes Programm. Mich interessieren dabei im Augenblick nur die unmotorisierten Modelle. Tatsächlich wurde ich fündig. Es gibt einen Gmeinder-Diesel, der in einem Set zusammen mit einer Lore angeboten wird.1

Und noch eine Lok habe ich gefunden: Eine Ns2f auf einem LKW W50. Dieses Set stellt eine demontierte Feldbahnlok dar. Sie hat keine Radsätze und steht auf einem Holzgestell. Kuppelstangen und Lokpuffer sind auf der Ladefläche separat abgelegt.

Die Loks der zwei Hersteller passen in der Größe gut zueinander, der Maßstab ist gut getroffen. Der Gmeinder-Diesel ist auch in freier Natur ein ganzes Stück größer als die zierliche Jung-Lok. Es sind zwei ganz verschiedene Lok-Klassen.

Bei den Loren ist das ähnlich. Die Auhagen-Loren stellen kleine feldbahn-typische Muldenkipper dar. Die Busch-Lore daneben ist ein 1,5 qm Muldenkipper.

Auch diese Größenunterschiede gibt es bei den großen Feldbahnen. Die folgenden zwei Aufnahmen entstanden im Damplokmuseum Neuenmarkt. Der Aufnahmeabstand ist etwa gleich.

Es gibt noch weitere nette Ausgestaltungsmittel wie diesen LKW Robur mit aufgeladenem Grubenhunt.

Die Materialsituation für den Feldbahn-Dioramenbau sieht sehr gut aus. Mit dem Auhagen-Material möchte ich arbeiten. Weiter geht es mit der Themensuche und einem Einstiegsprojekt.

Da momentan auf meiner Bastelliste noch andere Aufgaben stehen, pausiere ich dieses Thema nach der Materialfindung erst einmal. Etwas später gibt es eine Fortsetzung zu diesem Start.


  1. Manchmal finden sich auf Ebay auch Werbesets mit einer unmotorisierten Lok, die so nicht im Handel sind.