Alte Geschichten über kleine Feldbahnen

Vor langer Zeit sollte einmal eine Feldbahn entstehen. Im Jahr 2002, wo ich noch im Bereich H0 und H0m unterwegs war, entstanden die ersten Feldbahn-Ideen. Das Thema begleitete mich lange Zeit, bevor es einschlief und ich mich ausschließlich mit den größeren Feldbahnen beschäftigt habe. Hier ein kurzer Abriss zu meinen Begegnungen der kleinen Art.

Es begann im Jahr 1999 mit dem Erscheinen der „MIBA Spezial 39.“ Dort stellte Rolf Knipper ab Seite 92 ein Feldbahn-Diorama zur Erweiterung einer bestehenden Modellbahnanlage vor. Mit der Ausgabe 43 im Februar 2000 gab es eine Fortsetzung. Mittelpunkt war eine Ziegelei (Faller-Bausatz) und einige Feldbahn-Gleise. Das Fahrzeug- und Schienenmaterial stammte von der „Firma MFB, Modell & Funktion Burmester“ (Jens-Peter Burmester). Dieses Thema hat es mir sofort angetan und im MFB-Katalog sah ich allerfeinste und hervorragend detaillierte Kleinserien-Handarbeitsmodelle im Maßstab 1:87. Genau das sollte es werden.

Als ich dann mit meinen Vorbereitungen so weit war, gab es die Produkte nicht mehr, sodass der Traum an dieser Stelle zum ersten Mal platzte. Noch ein paar Ausführungen zu den Burmester-Modellen:

Leider stellt Herr Burmester schon lange keine Feldbahn-Modelle mehr her, sodass ich mit einigen Bildern an diese Zeit erinnern will. Der Katalog aus dem Jahr 2000 oder früher:

Download Katalog „Modell und Funktion Burmester“ um das Jahr 2000 (9.72 MB)

Fast schon spektakulär waren die kleinen Lok-Antriebe mit Dreipunktlagerung, was die Stromaufnahme merklich stabiler macht. Und das in dieser winzigen Baugröße. Bis heute kenne ich keinen Hersteller, der vergleichbare Modelle gebaut hat.

Diese Antriebe gab es auch in Lokomotiven verpackt, was die nächsten zwei Bilder aus dem Katalog zeigen.

Die Kosten von etwas 700 DM für einer fertige „Henschel DG39“ waren ungefähr so hoch, wie eine „LKM Ns2“ von Technomodell Jahre später kostete (ca. 350 €). Da ich nie ein Burmester-Modell bestellt hatte, kann ich auch nichts über Verfügbarkeiten und Lieferzeiten erzählen. Sicherlich werden diese Kleinserien-Modelle auch einige Wartezeit gehabt haben.

Mein Feldbahn-Diorama sollte in etwa so werden, wie das in der MIBA beschriebene Modul. Im Burmester-Katalog gab es Gleisschablonen, mit deren Ausdrucken eine 1:1 Modellplanung möglich war.

So sahen die ersten Anlagenentwürfe aus. Nun gab es diese wunderschönen Modelle von Burmester nicht mehr. Was nun? Einige Zeit probierte ich noch mit den Feldbahn-Modellen von Roco in H0e. Im Ergebnis schlief der Feldbahntraum einfach ein. Er schlief für lange Zeit…

Etwa 2007 oder auch schon 2006 kam ein Prinz und erweckte das Dornröschen (mich) aus dem Schlaf. Technomodell zeigte ein Feldbahnsystem im Maßstab 1:87. Es gab eine filigrane Ns2 und einige Loren. Die Lok hat zwar ein starres Fahrwerk, aber sie hatte durch den Faulhabermotor ausgezeichnete Fahreigenschaften. Dieses Modell stand lange Zeit in meiner Vitrine und in diesem Web gibt es auch einen Artikel zu den Fahrzeugen: Artikel „Technomodell Feldbahnfahrzeuge.“

Diese Lok und die Loren waren der Anlass, dass mein Traum-Diorama wieder auflebte. In großen Schritten einstand 2007/2008 ein Modulkasten mit der Ziegelei und Gleisen im Eigenbau. Ich habe Code-40 Profile mit Hilfe von Gleisklammern verlegt. Eine Weiche kaufte ich als fertiges Modell bei Alexander Lösch.

Hier eine Galerie des Baubeginns eines Feldbahn-Moduls in H0f:

Feldbahn-Diorama: Bilder der Bauphase

Ich kann mich mehr so genau erinnern, was der Auslöser war, jedoch ging es irgendwann mit dem Bau nicht mehr weiter. Das war wirklich schade, weil es ich bereits ein großes Stück vorangekommen war. Ich denke, dass der Modulkasten einfach zu groß und der Fahrzeugbetrieb nicht ganz störungsfrei war. Bei so kleinen Fahrzeugen müssen die Gleise einfach perfekt sein.

Einige Jahre später habe ich die Grundplatte der Ziegelei gesichert und das Modul weggeworfen. Mittlerweile ist auch das Rollmaterial abgegeben, lediglich die Frankenmodell-Weiche habe ich aufgehoben.

Im Herbst 2015 beim Aufräumen meiner Werkstatt hatte ich auf einmal wieder die Teile der Ziegelei von Faller in der Hand. Da war sie wieder - diese Idee. Da der Gebäudebausatz in den vergangenen Jahren nie fertig wurde, habe ich das mal schnell nachgeholt.

Auf einer quadratischen Grundfläche von 40 x 40 cm habe ich die Ziegelei befestigt. In den Bildern ist bereits die Korkschicht zu sehen, die als Höhenausgleich zur Grundplatte und als Untergrund für die Gleise dient. Für den Feldbahnbetrieb hatte ich die schicken Attrappen von Auhagen vorgesehen.

Auch diese Fläche ist mir zu groß für ein Diorama. Die Zukunft wird zeigen, ob diese schöne Ziegelei von Faller in meinem Keller ein langes Leben hat.

Soweit erst einmal zur Geschichte meines Feldbahn-Modellbaus im Maßstab 1:87. Lustig ist, dass Feldbahnen im Maßstab 1:87 dank der Firma Busch eine Wiederbelebung erfahren haben. Heute ist der Dioramenbau mit dem Thema Feldbahn viel einfacher.