Grubenhunte vom Fließband

Für mein Grubenbahn-Projekt benötige ich eine Menge von Hunten (Förderwagen). Dazu wollte ich mehrere Stück auf einen Schlag in einer Art Kleinserie bzw. Nanoserie bauen.

Insgesamt möchte ich 13 Grubenhunte bauen, denn für soviele Fahrzeuge reicht mein Vorrat an Rädern. Es gibt da zwar in meinem Schrank noch eine kleine Reserve an Edelstahlrädern, die jedoch möchte ich für Sonderloren wie Werkstatt- oder Wasserwagen benutzen. Die Fahrgestelle baue ich aus Kunststoff. In diesem Artikel widme ich mich dem Bau der Lorengestelle aus Polystyrol. Nur einen Teil der Hunte möchte ich in dieser Bauweise anfertigen. Für den Rest möchte ich eine andere Technik verwenden, die ich später vorstellen werde. Mit den eigentlichen Hunten oder Mulden beschäftige ich mich ebenfalls später.

Vorbetrachtungen

Bereits seit 2015 liegt ein meinem Schrank ein Vorrat an Hunträdern im Maßstab 1:22,5. Diese feinen Räder stammen von Herrn Gawron. Im Forum der Feldbahnsinnigen und auch im Buntbahn-Forum gibt es zu den in der Vergangenheit verfügbaren Rädern Bilder, Beschreibungen und Kommentare. Ich bin mir nicht sicher, ob die Gawron-Räder heute (2018) noch erhältlich sind.

Grubenhuntrad, 4-loch

Material: Messing, gefräst
Durchmesser Lauffläche: 15,55 mm (Vorbild 250 mm)
Breite Lauffläche: 3,6 mm
Höhe Spurkranz: 1 mm
Radbreite: 4,7 mm
Achsbohrung: 3 mm

Ende 2015 hatte ich mich mit der Brünierung der Messing-Räder beschäftigt (siehe Artikel 48). Mitte 2016 entstand ein erstes Muster für einen Grubenhunt-Rahmen (siehe Artikel 56). Allerdings taugte die Konstruktion nicht für eine kleine Serienfertigung. Im Frühjahr 2018 traten zwei positive Ereignisse ein, sodass es mit den Grubenhunten weiter geht. Zum einen habe ich mit Kunststoffen beschäftigt und gemerkt, dass man auch mit diesem Werkstoff und den richtigen Klebern stabile Dinge bauen kann. Vor langer Zeit hatte ich auch schon mal Feldbahn-Lorenrahmen in 0f aus Kunststoff aus einem Bausatz gebaut (siehe Stirnwandwagen in 0f). Der andere glückliche Umstand war, dass ich einen Kartonbogen für einen Grubenhunt vom Regalbahnbahner der Feldbahnsinnigen erwerben konnte. Somit standen die Abmessungen fest.

Was bisher geschah?

Konstruktion

Wegen der gewölbten Form des Hunts ist die Fertigung aus Karton eine gute Idee. Die Fahrgestelle wollte ich jedoch nicht aus Karton bauen, sondern aus Kunststoff.

Die Konstruktion der Fahrgestelle für die Grubenhunte basiert auf Kunststoff-Profilen von Evergreen. Für die Seitenteile werden U-Profile 6,3 x 2 mm verwendet. An den Enden halten Vierkant-Profile (hohl) 6,3 x 6,3 mm den Abstand und dienen gleichzeitig zur Aufnahme der Kuppeldorne. Vierkant-Profile deshalb, weil es keine Vollprofile in dieser Stärke von Evergreen gibt. Die 2 mm Achsen aus Messing laufen in Rohren 4 x 2,5 mm. Die Hunträder habe Bohrungen von 3 mm, jedoch ist die Verwendung von 3 mm Achsen nicht angenehm. Die Rohre für die Achsführung werden dann noch größer. Glücklicherweise hatte Herr Gawron auch passende Buchsen aus Kunststoff mit 3 mm Außen- und 2 mm Innendurchmesser. Diese Buchsen nutze ich. Die isolierende Wirkung der Buchsen brauche ich jedoch nicht.

Montage

Der Bau der Lorengestelle in einer kleinen Serie bedingt Werkzeuge, die eine gleichmäßige Qualität liefern. Ich habe mich für die Bauweise mit Formen entschieden.

Die Form soll dafür sorgen, dass alle Lorengestelle gleich groß werden und alles winklig ist. Der Aufbau erfolgte aus Holz in zwei Teilen.

Für den Bau eines Fahrgestells wurden erst ein paar Polystyrolteile zugeschnitten, und in der Form mit Kunststoff-Kleber fixiert.

Das Resultat ist ein Rahmen, der noch sehr wabbelig ist. Das U-Profil macht mir nicht den Anschein unendlicher Haltbarkeit. Deshalb habe ich an einigen Exemplaren statt der U-Profile 2 x 6.3 mm Vollprofile verwendet, die ich auch für Schwellen nutze. Tatsächlich wirken diese stabileren Profile belastbarer.

Im nächsten Schritt habe ich mit der zweiten Form die Achshülsen platziert und auf dem Rahmen verklebt. Da mir die Konstruktion immer noch zu biegsam erschien, habe ich weitere Stützprofile 1.5 x 3.5 mm an den Achshülsen verklebt. Die Form soll für Abstand und rechten Winkel der Achsen sorgen.

Der Rahmen wurde so konstruiert, dass ein Ballastgewicht aus Messing hinein passt. Das passende Stück kam von einer Stange mit dem Querschnitt 3 * 10 mm. Das verleiht der Lore Gewicht und einen tiefen Schwerpunkt. Als Kuppeldorne habe ich Schrauben M2 verwendet.

Das Messing-Gewicht wurde mit 2-Komponenten-Kleber im Rahmen fixiert. Nach der Reinigung und Grundierung erhielten alle Fahrzeuge ein schwarzes Farbkleid mit Farben von Vallejo.

Vergleiche

Die gebauten Lorenrahmen haben etwa die gleichen Dimensionen wie das bereits gebaute Muster oder der Lorenrahmen aus Weißmetall.

Gewichtsbetrachtungen

So ein Lorenrahmen aus Kunststoff ist federleicht, er wiegt nur 1,4 g. Nach der Beschwerung mit Messing (16 g) und den Rädern mit Achsen (12,1 g) schafft es das Fahrzeug auf ca. 31 g. Im Rahmen ist noch Platz für eine zweite Messingplatte. Dann wiegt das Fahrzeug 46,5 g. Das ist schon sehr ordentlich, der Lorenrahmen meines ersten Versuchs (siehe Artikel 56) mit der Bleifüllung brachte 49,5 g auf die Waage. Zum Vergleich: Das Fahrgestell aus Weißmetall wiegt komplett mit Rädern 41 g.

Gewicht Lorenrahmen komplett 31 g
Gewicht Lorenrahmen komplett mit zwei Gewichten 46,5 g
Gewicht Regner Muldenkipper komplett (siehe Artikel 17) 72,5
Gewicht Mammut Platformwagen komplett (siehe Artikel 16) 39g

Fazit

In dieser Serie habe ich 5 von 13 Lorengestellen für Grubenhunte gebaut. Durch die Formen und das gleiche Material kommt schon ein wenig Fabrikstimmung auf. Dennoch ist jeder Wagen ein Einzelstück, d.h. jedes Teil muss einzeln zugeschnitten, verklebt und geschliffen werden. Für diese Lorenrahmen fehlen noch die Mulden, doch das ist eine andere Geschichte.

Demnächst geht es weiter mit den restlichen Lorenrahmen sowie den Aufbauten.