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Ein zweiter Drucker für Details


100-1 26.06.2020


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Prusa Mini beim Druck des 3DBenchy.

Nach langer Wartezeit ist nun ein zweiter 3D-Drucker in meine Werkstatt eingezogen. Dieser kleine Prusa Mini hat einen besonderen Einsatzzweck.


Mission

Gewöhnliche FDM-3D-Drucker verwenden eine Düse (Nozzle) mit 0,4 mm Durchmesser. Bei Schichtstärken von 0,2 mm werden respektable Druckergebnisse erreicht. Je kleiner jedoch die Bauteile sind, desto mehr ist die Schichtung sichtbar. Der Maßstab 1:16 im Feldbahnbau ist für diese Druckarchitektur sehr gut geeignet.

Dennoch nutze ich bei filigranen Bauteilen eine Schichtstärke von 0,15 mm. Der Prusa i3 MK3s unterstützt zusammen mit dem Prusa-Slicer noch feinere Schichtstärken, die jedoch in meinen Versuchen nicht zu besseren Druckergebnissen führten. 0,15 mm ist bei mir die feinste Druckauflösung.

Noch feinere Druckergebnisse können mit einer kleineren Düse erstellt werden. So sind Nozzles mit 0,25 mm handelsüblich. Da der Nozzle-Tausch aufwendig ist, habe ich extra für diesen Zweck einen zweiten Drucker beschafft. Der Prusa Mini ist kleiner, besitzt einen kleineren Druckraum und er ist erheblich preiswerter.

Der neue Prusa Mini steht zusammen mit dem Prusa i3 MK3s im gleichen Regal.

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Beide Drucker gemeinsam vereint im IKEA-Regal.

Als Behausung verwende ich ein IVAR-Regalsystem von IKEA mit 50 cm Tiefe. Die Drucker stehen nicht direkt auf den Regalbrettern, sondern auf vibrationshemmenden Matten und Steinplatten. Diese sorgen für einen sicheren Stand, da die Drucker im Betrieb doch stark vibrieren. In beiden Regalfächern sind LED-Lampen angebracht.

Unterhalb des Thermometers in der Bildmitte ist eine Webcam von Logitech angeschraubt. Sie hängt an einem Raspberry Pi und die Bilder lassen sich im WLAN abrufen. Der Prusa i3 MK3s links hängt an einem weiteren Raspberry Pi mit Octoprint.

Interessant sind die Filamentzuführungen der beiden Drucker. Beim MK3s wird das Filament von oben zugeführt. Die Rollenhalterung gehört zum Drucker. Beim Prusa Mini wird das Filament von Rechts auf gleicher Höhe zugeführt. Deshalb steht die Rolle mit Ständer im Regal rechts daneben.

Nach längerer PETG-Zeit drucke ich jetzt im Modellbau ausschließlich mit PLA und den glatten Blechen von Prusa. Vor längerer Zeit hatte ich für den MK3s eine komplette Einhausung mit Plexiglasfenstern, die sich jedoch beim PLA nicht bewährt hat. Bei PETG und ABS kann so eine Gehäuse sehr sinnvoll sein.

Druckergebnisse

Das Bild zeigt gedruckte Achslagerträger für Feldbahnloren. Das linke Exemplar wurde mit dem Prusa Mini und einer Schichtstärke von 0,1 mm gedruckt. Als Filament kam Fillamentum PLA zum Einsatz. Das Bauteil rechts wurde mit dem Prusa i3 MK3s und einer Schichtstärke von 0,15 mm erstellt. Der feinere Druck lohnt hier und lässt die Details besser zur Geltung kommen.

 

Das Bild zeigt Achslager für eine Diema DL6. Die Bauteile sind im Modell 20 mm hoch. Links der Druck mit dem MK3s und 0,15 mm und rechts mit dem Mini und 0,1 mm. Gerade im Bereich der Federn ist das Druckergebnis des feineren Drucks besser.

 
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Verschiedene Achslager mit einer Auflösung von 0,1 mm, gedruckt auf dem Prusa Mini mit einer 0,25 mm Nozzle.

Auf dem Prusa Mini habe ich ein 3D-Benchy mit Fillamentum PLA gedruckt. Die Bildergalerie zeigt das Ergebnis (helles grau) im Vergleich mit anderen Drucken des MK3s (Schichtstärken 0,2 mm).

3D-Benchy im Detail

Fazit

Da ich meine Fahrzeuge grundsätzlich mehrteilig konstruiere, gibt es immer jede Menge Kleinteile. Gerade für diese filigranen Teile ist der Druck mit feinerer Düse ein echter Gewinn. Die längere Druckzeit ist dabei für meine Belange zweitrangig.

Nach einiger Druckzeit noch ein kleines Fazit zum Prusa Mini:

  • Die Filamantzuführung ist nicht zufriedenstellend gelöst. Mitunter kann der Extruder-Motor das Filament nicht richtig zurückziehen, sodass ein Teil im Schlauch verbleibt. Dann muss der Schlauch vom Extruder-Motor zum Extruder demontiert und gereinigt werden. Ach wie schön ist dagegen der Mk3S.
  • Über die Firmware (aktuell 4.2.0) kann die Nozzle-Größe nicht eingestellt werden. Die First-Lay-Calibration kann nicht mehr durchgeführt werden, weil der Drucker mit einem 0,4 mm Nozzle rechnet. Aber das wird sich möglicherweise mit künftigen Software-Versionen verbessern.

Sonst ist der Prusa Mini ein tolles Gerät für den Druck kleiner Teile.

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