Ohrenstein & Koppel MD2

im Maßstab 1:13


119 31.12.2021

#2021 #3d-druck #fahrzeugbau #1:13 #45mm


Eine ganz außergewöhnliche und wunderbare Feldbahnlok im Maßstab 1:13 ist die MD2 von Ohrenstein & Koppel, hier in der Ausführung mit geschlossenem Führerhaus. Sie entstand als Rollmodell ohne Antrieb.


Inhaltsverzeichnis

Mission

Wegen der angenehmen Größe und der einfach zu druckenden Teile entstand diese Lok quasi zwischendurch. Dennoch haben Details die Endmontage aufgehalten, sodass die Fertigstellung erst jetzt erfolgte.

Die Lok ist ein unmotorisiertes Rollmodell und soll später in einem Diorama Platz finden. Die Farbausführung als frisch restauriertes Modell ist ist in meiner Sammlung eher ungewöhnlich.

Hinweis

Der Bau dieses Modells basiert auf einer Konstruktion des Sandbahners der Feldbahnsinnigen.

Vorbild

Die MD gehört mit ihren 4,5 t Dienstgewicht und 22 PS bereits zu den größeren Feldbahn-Lokomotiven.

O&K MD2 im Schortetal
O&K MD2 im Schortetal

Die MD2 wurde ab Mitte der 1930er Jahre in größeren Stückzahlen bei Ohrenstein & Koppel in Nordhausen gefertigt. Ab 1942 wurde sie als Kriegs-Motorlok KML5 auch von anderes Herstellern wie Diema oder Schöma gefertigt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Nordhausen zu Schöma in Diepholz verlagert. Als MD 2b wurde sie bis in die Mitte der 50-er Jahre gebaut.

Der 2-Zylinder-Dieslmotor leistete erst 22 und später 26 PS. Die 4,3 t schwere Lok bot eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Km/h (3-Gang Getriebe).

O&K MD2 mit Führerhaus in der Herrenleite 2021.
O&K MD2 mit Führerhaus in der Herrenleite 2021.

Modell

Auch wenn die Modell-Lok nicht so furchtbar komplex aussieht: Es sind schon eine Menge Einzelteile. Fast alle Teile entstanden auf zwei Filament-Druckern. Für besonders kleine Teile verwende ich den Prusa Mini mit einer 0,25 mm Nozzle. Die Schichtstärke beträgt dabei 0,1 mm. Nur wenige Teile wie der Motorblock und die Sitzschale wurden in Resin gedruckt.

Ein Berg von fertigen Druckteilen für die MD2.
Ein Berg von fertigen Druckteilen für die MD2.

Bei der Montage habe ich bei diesem Modell zuerst die Motorhaube und das Führerhaus zusammengesetzt und lackiert. Wichtig war mir eine zuverlässige Verbindung der Komponenten. Deshalb war der erste Schritt die Verbindung von Motorhaube und Rahmen sowie Führerhaus und Rahmen mit Schraubverbindungen. Mit dem heißen Lötkolben wurden M2-Einpressbuchsen in das Filament eingeschmolzen.

Die Einzelteile der Motorhaube wurden verklebt. Auch das filigrane Lüftungsgitter und die Typenschilder wurden via Kleber verbunden. Ich verwende dünnflüssigen Sekundenkleber von Pattex in winzig kleinen Tuben. Die kann man schneller wegwerfen, wenn der Kleber eingetrocknet ist.

Gitter und Typenschilder wurden mit 0,1 mm Schichtstärke in FDM hergestellt. Die Schilder an der Seite wären als Resindruck noch besser geworden.

Die Motorhaube bekam als eigenständige Baugruppe ein Lackierung in grün.

Fertige Motorhaube der O&K MD2.
Fertige Motorhaube der O&K MD2.

Das Führerhaus war der zweite Baustein. Auch diese Baugruppe besteht aus unzähligen Einzelteilen.

Einzelteile des Führerhauses.
Einzelteile des Führerhauses.

Die Teile wurden in mehreren Schritten zu einer Einheit verklebt. Die Fensterrahmen kamen erst später, da sie in einer anderen Farbe lackiert wurden. Ein Bild zeigt die eingeschmolzenen Einpressbuchsen zur Verbindung des Führerhauses mit dem Lokrahmen.

Ein richtiges Drama war das Dach der Feldbahnlok. Der erste Druckversuch fand im Liegen statt. Das Ergebnis war schlecht wegen des Stützmaterials und der oberen Wölbung. In einem zweiten Versuch hatte ich das Dach geteilt und beide Hälften stehend gedruckt. Die gewölbte obere Dachhaut sieht mit dieser Methode hervorragend aus. Allerdings gelang es nicht, dass die Flächen zum Zusammensetzen der beiden Hälften richtig plan waren. Es war immer schief und ein unangenehmer Spalt war vorhanden. Erst nach mehreren Druckversuchen entstand eine brauchbare Variante. Dennoch musste der Spalt mit Spachtelmasse verschlossen werden. Auch ein Druck in Resin brachte kein brauchbares Ergebnis.

Fertig montiertes Führerhaus.
Fertig montiertes Führerhaus.

Als nächste Baugruppe entstand der Fahrwerksrahmen mit den Radscheiben. Alle Teile entstanden im 3D-Druck. Statt Kugellager habe ich wieder die Buchsen von GHW-Modellbau verwendet. Die Achsen sind aus Karbon.

Der schwarz lackierte Rahmen wurde in der Endmontage mittels Schrauben am Lokrahmen befestigt.

Montierter Fahrwerksrahmen des Lokmodells.
Montierter Fahrwerksrahmen des Lokmodells.

Die Attrappen der Ballastgewichte und die Achslager wurden mit Filament gedruckt. An den Evolut-Federn sind die Grenzen dieser Drucktechnologie erkennbar. Da diese Achslager im Modell die Achse nicht halten, wäre ein Resindruck vielleicht auch gut gewesen.

Lokrahmen der MD2 mit montierten Achslagern.
Lokrahmen der MD2 mit montierten Achslagern.

Der Lokrahmen selbst besteht nur aus einem Stück. Vorn und hinten sind noch Platten und die Kupplungen aufgeschraubt.

Der Motorblock besteht aus einem Teil und wurde in Resin gedruckt, ebenso die Sitzschale. An diesem Bauteil habe ich leichte Alterungsspuren angebracht.

Ein schönes Detail ist die Bremsanlage, obwohl die Montage äußerst unangenehm ist. Die Bremse ist funktionslos und sieht einfach nur gut aus.

Blick auf den Lokrahmen der MD2 mit Bremsanlage.
Blick auf den Lokrahmen der MD2 mit Bremsanlage.

Die Lackierung erfolgte in den klassischen Feldbahnfarben grün und schwarz mittels Airbrush. Im Nachhinein betrachtet fehlt ein wenig Rost und Dreck.

Galerie

Galerie des fertigen Modells im Fotodiorama.

Fazit

Es entstand eine Feldbahnlok als Rollmodell im Maßstab 1:13. Die Anfertigung der Einzelteile gelang problemlos. Bei der Montage machte das Antriebsgestell mit dem Bremsen einige Arbeit. Diese Art Details liebe ich nicht so sehr. In einem angetriebenen Modell hätte ich auf die Bremsen verzichtet.

Wegen des fehlenden Antriebs musste ich mir um Ballastgewichte keine großen Sorgen machen. Das Modell ist mit 336 g federleicht.

Die Feldbahnlok scheint frisch restauriert ohne jegliche Alterungsspuren. Durch die lange Bauzeit und die zeitversetzte Fertigstellung einzelner Komponenten wie Motorhaube und Führerhaus, hatte ich den Alterungsprozess am Ende irgendwie vergessen.

Es scheint mir so, dass ich nicht selbst konstruierte Modelle für ein optimales Resultat zweimal bauen muss. Zuerst eine unmotorisierte Variante und später noch eine motorisierte und gealterte Variante. So kann ich besser erkennen, ob alles passt und bei Bedarf Einzelteile nachfertigen.

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