Feldbahn-Diesel SCHÖMA LO 10

als Locoremote-Edition im Maßstab 1:13


142 03.09.2023



Zur bereits vorgestellten Grubenlok gesellt sich ein weiteres motorisiertes RC-Fahrzeug für enge LocoRemote-Gleise: eine SCHÖMA Feldbahnlok.


Mission

Nach der Grubenlok HELGA (siehe Artikel 139: „Grubenlok HELGA H 22/2“) folgt noch eine verkleinerte Feldbahn-Lokomotive, die auf den engen LocoRemote-Gleisen fahren kann. Dazu sind einige Kompromisse beim Modellbau notwendig. Die Länge der Lok und der Achsabstand sind etwas geschrumpft. Diese SCHÖMA LO10 verwendet das gleiche Antriebskonzept wie die Grubenlok. Der Motorblock liegt in zwei Varianten für verschiedene Getriebemotoren vor. Als Räder habe ich die typischen Feldbahn-Lorenräder mit 26 mm Durchmesser (350 mm Vorbild) gewählt. Es können aber auch größere 30 mm Räder (400 mm Vorbild) verbaut werden.

Auch dieses Fahrzeug ist für Motorisierung und Funksteuerung ausgelegt. Die Konstruktion ist so gestaltet, dass ein Microrail- oder ein LocoRemote Mini B-Empfänger unter der Motorhaube Platz findet.

Weitere Informationen zum LocoRemote-Gleissystem hatte ich bereits im Artikel zur Grubenlok (siehe Artikel 139: „Grubenlok HELGA H 22/2“) beschrieben.

Vorbild

SCHÖMA (Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH) lieferte ab 1931 erste kleine Feldbahnlokomotiven mit 10 oder 20 PS, die als LO10 bzw. LO20 bezeichnet wurden. Leider gibt es zu diesen alten Fahrzeugen wenige Informationen. Als konkretes Vorbild für den Modellbau habe ich das Fahrzeug von Jens Schöpchen, Obersulm ausgewählt.

SCHÖMA LO10 aus der Gartenanlage von Jens Schöpchen.
SCHÖMA LO10 aus der Gartenanlage von Jens Schöpchen.

Modell

Übersicht

Das Modell ist für den leichten Nachbau sehr einfach konstruiert. Es gibt drei Baugruppen:

  • Antriebsblock
  • Lokrahmen mit Puffern
  • Aufbauten mit Front- und Rückblech sowie Motorhaube inkl. der Dinge „unter der Haube“

29 verschiedene Bauteile aus dem 3D-Drucker ergeben das Modell:

Werkzeuge und Materialien

Die meisten Details zum Thema „Werkzeuge, Montage und Materialen“ wurden im Artikel zur Grubenlok HELGA (siehe Artikel 139: „Grubenlok HELGA H 22/2“) beschrieben. Änderungen gibt es im Bereich der Ballastgewichte. Für diese SCHÖMA-Lok habe ich statt der vergossenen Bleikugeln ausschließlich selbstklebende Auswuchtgewichte verwendet. Diese gibt es in 2 Größen:

  • 5 g Gewicht mit den Abmessungen 11,6 x 3,9 x 19 mm (ca. 12 x 20 mm)
  • 10 g Gewicht mit den Abmessungen 23 x 3,9 x 19 mm (ca. 24 x 20 mm)

Die selbstklebende Folie haftet hervorragend auf den Druckteilen.

Antriebsblock

Das Antriebskonzept und somit auch der Antriebsblock ist identisch mit der letztens vorgestellten Grubenlok (siehe Artikel 139: „Grubenlok HELGA H 22/2“). Dort wurde die Montage im Detail vorgestellt. Einzig die Räder sind mit 26 mm Laufkranz-Durchmesser (Vorbild 350 mm) etwas kleiner. Es lassen sich auch größere Radscheiben mit 30 oder 32 mm (Vorbild 400 oder 430 mm) verwenden.

Einzelteile des Antriebsblocks.
Einzelteile des Antriebsblocks.

Bei der Suche nach geeigneten Motoren bin ich auf verschiedene Bauformen von 16 mm Getriebemotoren gestoßen. Lustig ist die untere Variante, die eigentlich ein Minigetriebemotor ist. Leider sind die Bohrungen zur Befestigung an der Stirnseite des Getriebes nicht immer gleich. Der mittlere Motor passt wegen der Bohrungen (Lochabstand) ohne handwerkliche Aufwendungen nicht den Antriebsblock. Es gibt auch Motorvarianten, bei denen der Motorteil länger ist, was wiederum zu Montageschwierigkeiten führt.

Der obere Motor ist genau richtig. Inzwischen scheint die Beschaffung von 3V-Motoren nicht mehr so einfach zu sein. Meine letzten Exemplare habe ich auf Ebay bestellt, da bei AliExpress kaum Angebote zu finden waren.

Verschiedene 16 mm Getriebemotoren.
Verschiedene 16 mm Getriebemotoren.

Vor der Montage und den ersten Probefahrten auf dem Rollenprüfstand wurden die Teile rot lackiert. Mehr zur Farbauswahl weiter unten.

Der Antriebsblock mit Motor und Rädern wiegt 64 g. Es kann sinnvoll sein, metallische Radscheiben (z.B. von Heyn) zu verwenden.

Lokrahmen

Der Lokrahmen ist ein einziges gedrucktes Bauteil. Die beiden Lokpuffer gehören ebenfalls zu dieser Baugruppe.

3D-Konstruktion Lokrahmen
3D-Konstruktion Lokrahmen

Der Lokrahmen wurde wie der Antriebsblock rot lackiert, die Oberseite und die Puffer schwarz. Beide Puffer wurden mit M 1,6 Schrauben und Muttern befestigt.

In den beiden Fächern des Lokrahmens ist Platz für Ballastgewichte vorgesehen. Das gedruckte Bauteil wiegt mit Puffern 40 g. Dazu kommen 2 Pakete á 4 Stück Gewichte 25 x 20 mm. Bei 10 g je Gewicht wiegt der fertige Lokrahmen 120 g (40 g + 80 g Zusatzgewicht).

Lokrahmen mit Ballastgewicht.
Lokrahmen mit Ballastgewicht.

Lokaufbau

Auf den Lokrahmen wurden die Rückwand, Motorwand sowie ein Trägerrahmen für die Technik aufgeschraubt. Die Trennwand zum Motorraum enthält Aussparungen für einen Miniaturschalter, der später als Ein-/Ausschalter für die Elektronik dient. Die Bohrung ist für eine Status-Led des Empfängers vorgesehen. Diese Wand wurde mit zwei M 1,6 Schrauben und Muttern am Lokrahmen befestigt.

Lokrahmen mit aufgeschraubter Stirnwand.
Lokrahmen mit aufgeschraubter Stirnwand.

Auf dem Lokrahmen sitzt ein Montagerahmen. Er trägt den Akkukasten, die Elektronik und hat Führungen zum Halt der Motorhaube. In diesem Montagerahmen ist Platz für weitere Gewichte vorhanden. Unter dem Akkukasten habe ich zwei Gewichte à 10 g platziert und davor noch einmal 2 Gewichte à 5 g. Das sind zusammen 30 g. In der Sitzbank hinten ist noch ein Gewicht à 10 g platziert.

Die Motorhaube ist ein Druckteil, das mit Lüftungsgittern und weiteren Teilen verfeinert wird. Das Schöma-Lokschild ist ein Feindruck mit 0,25 mm Düse. Resin kann ebenfalls für den feinen Schriftzug verwendet werden. Aus weiteren drei Bauteilen wird das Getriebe zusammengesetzt. Schalt- und Richtungshebel sind dünne Messing-Drähte.

Am hinteren Stützblech ist eine Sitzbank mit Deckel angebracht. Im Inneren kann noch ein Gewicht à 10 g untergebracht werden. Auch die Andeutung einer Handbremse ist vorhanden.

Lackierung und Alterung

Frühere Diema- und Schöma-Lokomotiven waren meist rot/grün lackiert:

  • Lokrahmen RAL 3020 Verkehrsrot
  • Aufbau RAL 6005 Moosgrün

...
RAL 3020 - Verkehrsrot
...
RAL 6005 - Moosgrün

Diese Farbtöne gibt es bei Oesling Modellbau als Acrylfarben. Bei diesem Modell erfolgte die Airbrush-Lackierung mit Farbtönen aus dem Vallejo-Programm:

  • 71.269 rot
  • 71.007 olivegrün

Zur Alterung wurde ein Wash verwendet.

Steuerung

Diese kleine Feldbahn-Lok erhält in meinem Modellbau erstmals eine alternative Steuerung, also keinen Deltang-Empfänger mehr. Anfang 2021 hatte ich einen LocoRemote Mini B WLAN-Empfänger erhalten und bislang nur zum Testen genutzt. Jetzt bekommt der Baustein einen Bestimmungsort. Als Spannungsversorgung dienst wieder ein 18350 LiIo-Akku mit einer Zelle und 1200 mAh Kapazität. Dieser steckt in einem Batteriefach und wird zum Laden entnommen. Die Motorhaube ist nur aufgesetzt und kann einfach abgenommen werden. Der verbaute Locoremote-Empfänger hat sogar eine Lichtplatine für richtungsabhängige Front- und Rückleuchten, die ich jedoch in diesem Modell nicht nutze. Der Anschluss ist einfach: eine Steckverbindung zur Stromversorgung und eine zum Motor.

Als Sender kann jedes Smartphone genutzt werden. Nach dem Einschalten des Empfängers wird ein neues WLAN-Netz erzeugt (beispielsweise: loco_00151409). Das Smartphone wird mit diesem WLAN verbunden und die Url:

http://192.168.4.1/v1

zeigt die grafische Oberfläche der Locoremote-Steuerung an. Im Gegensatz zu den kleinen Deltang-Empfängern sind die WLAN-Empfänger riesig. Sie basieren auf den Lolin D1 mini Platinen mit dem Esp8266-Chips. Gut das in den 1:13 Fahrzeugen genügend Platz vorhanden ist.

Galerie und Video

Galerie der fertigen Schöma Lo10

Fazit

Basierend auf den Ideen der Grubenlok HELGA (siehe Artikel 139: „Grubenlok HELGA H 22/2“) entstand eine weitere Lok mit geringen Abmessungen und kurzem Achsabstand. Damit ist das Fahrzeug auf den Kurven mit Standard- und Small-Radius des Locoremote-Gleissystems gut unterwegs. Der super kleine Tiny-Radius ist nicht gut befahrbar, was vor allem an der sehr engen Weiche liegt.

Die WLAN-Steuerung mit dem Locoremote-Empfänger funktioniert gut. Die Höchstgeschwindigkeit ist geringer als erwartet. Zur Messung der Fahrgeschwindigkeiten ist gerade etwas in Arbeit. Da der Geschwindigkeitsbereich von Felbahnlokomotiven nicht groß ist, ist die feingliedrige Regelung mit den Tasten „schneller“ und „langsamer“ recht nervig. In der Praxis sind die Tasten „1. Gang“ mit 60 % und „2. Gang“ mit 100 % Geschwindigkeit sehr hilfreich.

Für mich ist die Nutzung des Smartphones noch etwas gewöhnungsbedürftig. So ein Gerät muss erst eingeschaltet und hochfahren werden. Nach dem Betrieb muss es natürlich auch wieder heruntergefahren werden, damit der Akku nicht zu schnell leer wird. Ein Handregler mit einem Ein- und Ausschalter und einem Drehregler für die Geschwindigkeit hat seine Vorzüge.

Dieses Modell und die Grubenlok haben mir bestätigt, dass der Antrieb mit den Getriebemotoren auf 3V-Basis mit einer LiIo-Zelle sehr gut funktioniert. Auch der Mini-Getriebemotor ist kräftig und mit einem Metallgetriebestabil aufgebaut. Für größere Fahrzeuge müssten vermutlich stärkere Motoren eingesetzt werden, die jedoch eine Reihe weiterer Modifikationen bedingen. Bisher habe ich 20 mm Getriebemotoren nur mit Spannungen ab 6 V gefunden, was dann einen LiIo-Akku mit zwei Zellen erfordert. Und dann passt plötzlich auch der Locoremote Mini B nicht mehr. Die Maxi-Ausführung ist durch eine weitere Platine wieder etwas dicker.

Das Fahrzeug wiegt mit Zusatzgewichten, Akku und Fahrer 350 g. Mit diesem Gewicht lassen sich einige Wagen ziehen. Die Auswahl der Fahrerfigur war wegen des mittig angeordneten Getriebes schwierig. Gesucht wurde ein „breitbeiniger“ Fahrer. Die Skalierung im Slicer erfolgt so, dass die Figur in den Führerstand passt.

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