33. int. Feldbahntreffen 2025

bei der Stumpfwaldbahn in Ramsen


157 31.12.2025


Anfang Oktober 2025 veranstaltete der Verein Stumpfwaldbahn Ramsen e.V. das 33. internationale Feldbahntreffen. Über vier Herbsttage bewegten sich viele Feldbahnfahrzeuge auf den 600 mm Gleisen.


Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Das internationale Feldbahntreffen findet jährlich an wechselnden Orten statt. Dieses Jahr hat der Verein Stumpfwaldbahn Ramsen e.V. für 4 Tage (9.10. - 12.10.2025) eingeladenen. Ramsen liegt im Süden von Reinland-Pfalz. Früher wurde im Ramsen Eisen und Ton abgebaut. Der Stumpfwald, nachdem die die Waldbahn benannt wurde, ist ein 150 km² großes Waldgebiet und Teil des nördlichen Pfälzerwaldes. Sehr imposant ist die Normalspur-Bahnstecke Eistalbahn von Grünstadt nach Enkenbach mit einigen großartigen Viadukten. Auf dieser Bahnstrecke verkehren bereits seit Ende der 70er Jahre keine Personenzüge mehr. Jedoch wurde in den 90er Jahren der Personenverkehr reaktiviert, allerdings nur bis Ramsen. 2001 wurde die Strecke bis zum Eiswoog – ein kleiner See – modernisiert. Das Eistalviadukt am Eiswoog kann leider nicht mehr befahren werden, sodass die Triebwagen am Bahnhof Eiswoog enden. Im Oktober 2025 fuhren auch hier keine Züge mehr, weil eine andere Brücke baufällig wurde.

Ich zeige hier einige Bilder der Normalspurstrecke, bevor ich mit den Feldbahnen beginne.

Blick auf das Ende der Normalspurstrecke am Bahnhof Eiswoog. Nach dem Prellbock folgt ein Stück
Wald und anschließend das Eistalviadukt.
Blick auf das Ende der Normalspurstrecke am Bahnhof Eiswoog. Nach dem Prellbock folgt ein Stück Wald und anschließend das Eistalviadukt.
Blick auf den jungen Haltepunkt Eiswoog mit Blick in Richtung Ramsen. Zum Zeitpunkt der
Aufnahme im Oktober 2025 fuhren keine Züge mehr.
Blick auf den jungen Haltepunkt Eiswoog mit Blick in Richtung Ramsen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme im Oktober 2025 fuhren keine Züge mehr.
Hier ist der einzige Zugang zum diesem Haltepunkt – ein beschwerlicher Weg ins Tal.
Hier ist der einzige Zugang zum diesem Haltepunkt – ein beschwerlicher Weg ins Tal.
Blick vom Eistalviadukt zum Haltepunkt Eiswoog. Auf Höhe der Kamera ist das Gleisende.
Blick vom Eistalviadukt zum Haltepunkt Eiswoog. Auf Höhe der Kamera ist das Gleisende.
Übergang zwischen den neuen Gleisen (Baujahr 2001) und der früheren Strecke über
das Eistalviadukt.
Übergang zwischen den neuen Gleisen (Baujahr 2001) und der früheren Strecke über das Eistalviadukt.
Hier ist es: das gesperrte Eistalviadukt. Bis zu einem Sperrzaun ist der Weg frei.
Hier ist es: das gesperrte Eistalviadukt. Bis zu einem Sperrzaun ist der Weg frei.
Blick vom Eiswoog (See) auf das Eistalviadukt. Es soll wohl erhalten bleiben.
Blick vom Eiswoog (See) auf das Eistalviadukt. Es soll wohl erhalten bleiben.

Feldbahnen

Die Stumpfwaldbahn beginnt am Lokschuppen in Ramsen und endet am Eiswoog. An Fahrtagen bewegen sich Feldbahnzüge auf 600 mm Spurweite zwischen diesen zwei Orten.

Gleisplan des Endpunkts Eiswoog (Openstreetmap).
Gleisplan des Endpunkts Eiswoog (Openstreetmap).
Gleisplan des Endpunkts Ramsen West (Openstreetmap).
Gleisplan des Endpunkts Ramsen West (Openstreetmap).

Auf der Strecke

Die eingleisige Strecke der Stumpfwaldbahn schlängelt sich gemütlich durch den Pfälzer Wald. An mehreren Stellen gibt es Ausweichen. Vor allem am Endpunkt Ramsen entsteht ein wenig „lost-place“ Feeling auf den Abstellgleisen der Feldbahn.

Landschaftsbilder an der Stumpfwaldbahn
Feldbahn-Suchbild: Wo ist der Grubenhunt?
Feldbahn-Suchbild: Wo ist der Grubenhunt?

Ein Highlight beim Feldbahntreffen war die Nachtfahrt mit der Feldbahn.

Im Museum

Im Vergleich zu anderen Feldbahn-Sammlungen wie Frankfurt oder Dresden ist der Fahrzeug-Park der Stumpfwaldbahn eher klein. Einige Gastfahrzeuge haben diese Fahrtage bereichert. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl an Bildern zu den Feldbahn-Fahrzeugen.

Der 4-gleisige Lokschuppen am Endpunkt Ramsen ist Abstellplatz und Werkstatt zugleich. Die moderne Diema DFL 60 bildet neben einer Diema DS40 das Rückgrat für den Museumsbetrieb. Dieses junge Fahrzeug wurde erst in den 80er Jahren gebaut und verfügt über einen hydrostatischen Antrieb. Mit 40 KW Leistung und 6 t Gewicht zählt sie zu den leistungsfähigeren Lokomotiven.

Feldbahnschätze in den Lokschuppen der Stupfwaldbahn

Ein für mich herausragend aufbereitetes Gast-Fahrzeug ist das kleine Jenbach Pony vom Typ JW8, das zu den kleinsten Feldbahn-Fahrzeugen gehört. Und diese Lok wurde auf einem PKW-Anhänger aus Rumänien in die Pfalz für diese Feldbahntage transportiert.

Interessant ist auch der diesel-hydraulischer Triebwagen, der als Gastfahrzeug an der Veranstaltung teilgenommen. Auch dieser wurde auf einem Anhänger nach Ramsen transportiert.

Tontiefbau in der Region

Das Gebiet um Eisenberg (Pfalz) ist neben dem Erz-Bergbau für den Tontiefbau bekannt. Dabei wurde Ton im Gegensatz zu dem sonst üblichen Ton-Tagebau unter Tage abgebaut. Tone aus dem Tontiefbau unterscheiden sich oft von den oberflächennahen Tonen. Sie wurden für hochwertige, spezielle Anwendungen genutzt, beispielsweise feuerfeste Erzeugnisse (Auskleidungen für Industrieöfen) und für chemisch-technische Keramiken (beständig gegen aggressive Chemikalien).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Tone traditionell mit Tonaxt und Tonhaue gefördert. Später stiegen die Fördermengen durch die Verwendung von Sprengstoff. Ab den 50er Jahren startete die maschinelle Tongewinnung mit Maschinen. Abgebauter Ton wurde in Hunte verladen und über Aufzüge/Seilwinden an die Oberfläche transportiert.

Ein museal erhaltene Tongrube ist die Grube Riegelstein in Eisenberg (Pfalz). Die folgende Galerie zeigt einige Eindrücke des Museums. Die Anlagen unter Tage sind nicht mehr erhalten.

Bilder aus dem Museum Grube Riegelstein

Erhalten geblieben ist das Obergeschoss mit 500 mm Gleisen, einer Huntwaage sowie einer interessanten „Kopf-über“ Entladung. Auch zu sehen sind die Bunker, in die Ton eingefüllt wurde. Der Weitertransport des Tons erfolgte durch LKWs, die unter den Bunkern beladen wurden.

Nach ihrem aktiven Dienst haben viele kleine Hunte des Erz- und Tonabbaus ein neues Heim bekommen. So auch bei der Stumpfwaldbahn. Hier gut zu erkennen verschiedene Größen von Kastenhunten, die seitlich entladen wurden. Auch andere Formen, die beispielsweise nach vorn entladen wurden, sind hier zu sehen. Dazu passend die Entladevorrichtung in der Grube Riegelstein.

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Wo ist die Stumpfwaldbahn?
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Fazit

Es waren nette Tage im Pfälzer Wald. Das Wetter war gut und es gab jede Menge Feldbahn zu entdecken. Da die kommenden zwei Feldbahntreffen 2026 und 2027 nach jetzigen Planungen in ziemlich weiter Entfernung liegen, hoffe ich auf einen erreichbaren Veranstaltungsort in 2028.