Grubenhunt 0.5m³, Update

im Maßstab 1:13


129 29.09.2022

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Für den kleinen Grubenhunt mit 0,5 m³ Inhalt gibt es ein Update. Einige Teile wurde für die einfachere Montage neu konstruiert.


Mission

Der einfache Grubenhunt mit starrer Mulde (siehe Artikel 107: „Förderwagen (Grubenhunt) 0.5m³“) wurde überarbeitet und lässt sich jetzt einfacher herstellen. Damit ist auch die Produktion einer kleinen Serie einfach geworden. Dieser Artikel beschreibt die Bauteile und die Montage und stellt zusätzlich eine besondere Variante – den Schweißflaschen-Hunt – vor.

Die wichtigste Änderung besteht in der Montage der Radsätze. Bislang wurden die Radscheiben am fertigen Fahrzeug aufgezogen und justiert. Gelegentlich saßen die Radscheiben nicht richtig auf den Achsen, was zu einem schlechten Rundlauf führte. Die Radsätze „eierten“. Deshalb werden die Radsätze jetzt separat montiert und dann in die jetzt zweigeteilte Achsführung eingesetzt. Für die Radscheiben-Montage gibt es Hilfswerkzeuge.

Konstruktion und Teile

Der Grubenhunt besteht aus wenigen in PLA gedruckten Teilen und Zubehör:

  • Huntrahmen mit 2 Rahmen-Endstücken und 2 Kuppeldornen
  • 2 Achsführungen mit Achsen, Kugellagern und Radscheiben
  • Mulde
  • Gewichtsbehälter mit Deckel
  • Montagehilfen

Lorenrahmen

Der Hunt-Rahmen ist ein Formteil, an das die Endstücke und die Kuppeldorne geklebt werden.

Radsätze

Ein Radsatz besteht aus zwei Radscheiben, einer Achse sowie zwei Kugellagern 6 x 3 x 2,5 mm. Der Radsatz wird vor dem Einbau in die Achsführung separat montiert und justiert. Bei den Radscheiben sind je nach Geschmack gedruckte Radscheiben (PLA oder PETG) oder Metall-Radscheiben von Heyn möglich.

Radsätze mit gedruckten Radscheiben

Die Hunträder sind jetzt einteilig, die Abdeckkappe ist bereits am Rad angebracht. Die 52 mm Achsen aus Messing oder Karbon sind in Kugellagern 6 x 3 x 2,5 mm gelagert. Die Achsführungen sind genau für diese Lager konstruiert.

Räder, Achsen und Kugellager
Räder, Achsen und Kugellager

Im Bild ist der Radsatz-Montageblock abgebildet. Mit Hilfe dieses Werkzeugs kann die Spurweite von 45 mm eingestellt werden.

Die Radscheiben werden zentriert mit einem 3 mm Bohrer 5 mm tief aufgebohrt. Da die Radscheiben jetzt nicht mehr plan auf der Bohrplatte liegen, gibt es ein zweites Werkzeug. In die Bohrhilfe werden die Radscheiben fest eingelegt und gebohrt.

Auf die Achse werden die Kugellager geschoben. Hin und wieder sind die Achsen nicht exakt 3 mm im Durchmesser. Die Kugellager passen dann nicht auf die Achsen. In so einem Fall spanne ich die Achse in einen Akkuschrauber und trage mit Schleifpapier einen Hauch Material ab. Dann passen auch die Lager wieder. Anschließend werden mithilfe des Montageblocks die Räder aufgezogen. Vorher einen Tropfen Sekundenkleber in das Bohrloch geben. Leichte Hammerschläge helfen, wenn mit der Fingerkraft die Räder nicht auf die geforderte Spurweite geschoben werden können.

Die fertige Achse wird in die Halbschalen der Achsführung eingesetzt. Danach werden die beiden Hälften mit wenig Kleber verbunden und verpresst. Die Achsführung ist ein Formteil, das in den Huntrahmen eingesetzt und verklebt wird. Im Gegensatz zu früheren Versionen ist die Achsführung zweigeteilt ausgeführt. Das verringert die Nacharbeiten am gedruckten Teil und gestattet die separate Anfertigung des Radsatzes.

Radsätze mit Metall-Radscheiben

Die in Kunststoff gedruckten Radscheiben haben gute Laufeigenschaften. Dennoch sind die Laufeigenschaften von Metallrädern besser und das Gewicht sowie der tiefe Schwerpunkt sind ein großer Vorteil. Ich habe gute Erfahrungen mit Radscheiben der Modellbau-Werkstatt Heyn gemacht. Neben vielen anderen bietet Heyn-Modellbau Radsätze mit 22 mm Radscheiben (Laufkranz-Durchmesser) an. Umgerechnet auf das Vorbild entspricht das 300 mm Rädern. Die gedruckten Radscheiben aus dem letzten Abschnitt haben die gleichen Abmessungen.

Vor der Verwendung der Radscheiben muss der Radsatz zerlegt werden. Mit einem Abzieher von Fohrmann ziehe ich die Radscheiben von der Achse. Danach verbleibt in der Radscheibe ein Kunststoffkern, der auch noch entfernt werden muss. Dieser Kern und auch die Achse sitzen äußerst fest. Am besten den Kern mit einem Dorn und Hammer herausschlagen.

In das große Loch der Radscheibe wird ein gedruckter Radkern eingesetzt. Das Prinzip gab es in der ersten Version (siehe Artikel 107: „Förderwagen (Grubenhunt) 0.5m³“) auch, jedoch bilden jetzt Radabdeckung und Radkern ein Bauteil und dieses wird von außen – statt von innen – eingesteckt. Damit sitzt die Radscheibe beim Aufziehen auf die Achse plan an der Montagehilfe. Zur Verzierung wird auf die Abdeckung noch eine Kappe geklebt. Obwohl der Radkern mit einer Schichthöhe von 0,15 mm (Düse 0,4 mm) gedruckt wurde, ist die Oberfläche nicht optimal gelungen. Ein Resin-Druck ist an dieser Stelle eleganter.

Für den Metallradsatz werden neben den Radscheiben, die Einsätze, Abdeckkappen sowie die restlichen Materialien benötigt.

Einzelteile des Metallradsatzes.
Einzelteile des Metallradsatzes.

Radsatzvergleich

Kunststoff- und Metall-Radsatz im Vergleich.
Kunststoff- und Metall-Radsatz im Vergleich.

Bei den Metallradsätzen fehlen die feldbahn-typischen Löcher. Das ist ein großer optischer Makel, der nur teilweise durch die Form der Radabdeckung kompensiert wird. Ein weiterer Unterschied ist das Gewicht.

  • Gewicht Radsatz Kunststoff: 7,5 g
  • Gewicht Radsatz Metall: 35,5 g

Jeweils für einen Radsatz mit 2 Radscheiben. Ein Metall-Radsatz wiegt somit 28 g mehr und ein Grubenhunt mit 2 Radsätzen bringt ca. 56 g mehr auf die Waage. Die Feldbahn-Fahrzeuge in einem Zug benötigen eine gewisse Masse, damit sie im Zug- oder Schubbetrieb nicht entgleisen. Wenn der Grubenhunt mit den optischen schöneren gedruckten Rädern ausgestattet wird, muss irgendwo anders Ballast-Gewicht untergebracht werden. Mehr dazu etwas später in diesem Artikel.

Mulde

Die Huntmulde ist ein Druckteil. Darin kann optional ein Gewichtsbehälter platziert werden, der dem Modell genügend Masse spendiert. Der Gewichtsbehälter ist ein Formteil, das exakt in die Mulde passt. In den Behälter können Blei- oder Stahlkugeln vergossen werden. Darauf sitzt der Deckel, der mit Ladegut (beispielweise Kohlestücken) verziert werden kann.

Hunt-Mulde und Gewichtsbehälter
Hunt-Mulde und Gewichtsbehälter
Alle Baugruppen bereit zur Lackierung.
Alle Baugruppen bereit zur Lackierung.

Diesen Muster-Hunt habe ich außer den Rädern schwarz lackiert. Radscheiben und Achsführung verblieben in der grauen Filament-Farbe. Neben Schwarz ist auch der Farbton Vertigo Grey sehr interessant. Alle diese Farbtöne sind auch als PETG-Filament erhältlich.

Alle Baugruppen montiert und lackiert.
Alle Baugruppen montiert und lackiert.

Nach der Lackierung ging es auf die Waage:

  • Gewicht der Mulde: 30 g
  • Gewicht des Rahmens mit gedruckten Rädern: 29 g
  • Gewicht des Rahmens mit Metall-Radsätzen: 80 g

110 g oder etwas mehr als Zielgewicht eines Grubenhunts sind nach meinem Empfinden ein guter Wert. Für die Variante mit den gedruckten Rädern sollte das Fahrzeug mit zusätzlichem Ballastgewicht beschwert werden. Zwei Varianten habe ich in diesem Zusammenhang probiert. Im nächsten Bild rechts zeigt ein Gläschen mit 50 g Bleikugeln. Links ist der Gewichtsbehälter zu sehen, in den das zusätzliche Gewicht eingefüllt werden kann. Der Behälter mit Deckel wiegt ca. 20 g, und das Zusatzgewicht somit 30 g. Der Behälter hat den Vorteil, dass Material (auch Metallschrauben oder Muttern) eingefüllt werden kann. Anschließend wird der Deckel aufgeklebt.

Zusatzgewichte als Bleikugeln.
Zusatzgewichte als Bleikugeln.

Für den Fall ohne Zusatzbehälter kann das Zusatzgewicht auch direkt in die Mulde gekippt und vergossen werden. Die folgenden zwei Abbildungen zeigen 50 g kleine Bleikugeln und 50 g größere Kugeln, wie sie mit Luftgewehren benutzt werden.

Impressionen des fertigen Grubenhunts.

Spezialfall Schweißflaschen-Hunt

Dieser spezielle Grubenhunt hat eine aufgeschnittene Mulde und einige Kleinteile, welche die Gasflaschen halten. Die Huntmulde wurde so aufgeschnitten konstruiert und gedruckt.

Der Huntrahmen entspricht den obigen Ausführungen. Die beiden Gasflaschen wurden auf dem Resin-Drucker hergestellt.

Die beiden Gasflaschen passen gut in die Halter.
Die beiden Gasflaschen passen gut in die Halter.

Die Lackierung erfolgte in auffälligen Farben:

  • Huntrahmen: schwarz
  • Huntmulde: rot (Vallejo 71.084 Fire Red)
  • Gasflasche Blau: 71.088 French Blue
  • Gasflasche Gelb: 71.033 Yello Ochre
Lackierte Bauteile für den Spezialhunt.
Lackierte Bauteile für den Spezialhunt.

Der Schweißflaschen-Hunt mit gedruckten Rädern bringt 86 g auf die Waage. Mit Metallrädern wächst das Gewicht auf ca. 150 g.

Schweißflaschen-Hunt im Maßstab 1:13

Fazit

Optisch ist der Grubenhunt in der neuen Version unverändert. Einige Bauteile wurden geändert, um die Montage zu erleichtern. Insbesondere die separate Montage der Radsätze außerhalb des Fahrzeugs ist ein enormer Gewinn. Das Modell ist für gedruckte Radscheiben aus Kunststoff sowie Metall-Radscheiben von Heyn konstruiert. Persönlich bevorzuge ich im Rollbetrieb die Metall-Radsätze – ein großartiges Feature, das allerdings auch seinen Preis hat. Und dazu kommt die Gefahr, dass solche Artikel irgendwann nicht mehr verfügbar sind, wie letztens bei den 27,5 mm Radscheiben passiert. Natürlich funktionieren die Kunststoff-Räder ebenfalls hervorragend.

Die hier vorgestellten Radsätze mit den zweigeteilten Achsführungen werden als Basis für weitere Fahrzeug-Konstruktionen dienen.

Downloads

Zum Nachbau der Modelle dieses Artikels ist ein Download-Paket mit digitalen Inhalten (3D-Druckdateien u.a.) verfügbar.

Paketgröße M = 7 €
18 Druckdateien, 22 MB Ordnergröße

Download-Pakete habe je noch Komplexität der 3D-Konstruktion und nach Umfang der zusätzlichen Dokumente/Bilder verschiedene Größen.

Paketgröße Preis
S 5 €
M 7 €
L 10 €
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