Modellbauvisionen 2022


117 09.12.2021

#2021 #visionen


2021 war ein unglaubliches Jahr in meinem Modellbau. Die in den letzten Jahren begonnene Maßstabsvergrößerung hat jetzt mit 1:13 ihren Höhepunkt gefunden. Es wurde viel begonnen und vieles wartet auf Fertigstellung. Diese „Visionen 2022“ geben einen Ausblick auf die Arbeiten in der nächsten Zeit.


Mission

In meinem Blog feldbahn22.de schreibe ich Artikel zum Thema Feldbahn-Modellbau und über Ausflüge zu den Feldbahn-Vorbildern. Mittlerweile dauern Bauprojekte länger und weniger Artikel erscheinen. Ich schreibe einmal zu Beginn eines Jahres über die laufenden Projekte und resümiere ein wenig über die Vergangenheit.

Wandel der Maßstäbe

Bereits seit einiger Zeit liebäugele ich mit größeren Maßstäben. Die Anfertigung von Einzelteilen mittels 3D-Druck gelingt für die größeren Modellen deutlich besser. Auch die Montage von Antrieben oder die Unterbringung von Steuerungselektronik gestaltet sich mit mehr Platz angenehmer.

Der erste Schritt zielte auf den Maßstab 1:16 ab. Das ist ein ganzes Stück größer wie 1:22,5, und die Modelle passen noch bequem in meine Vitrine. In 2021 erfolgte noch eine Vergößerung - jetzt in den Maßstab 1:13. Dafür gab es einige Gründe:

  1. Die leichten Kunststoffräder aus dem 3D-Drucker sind für den Fahrbetrieb nicht gut geeignet. Fahrzeuge benötigen eine gewisse Masse und einen niedrigen Schwerpunkt, damit sie sicher auf den Schienen fahren. Diese zusätzlichen Massen sind in 1:13 Fahrzeugen besser unterzubringen.
  2. Ein Grund für die 32 mm Spurweite im Maßstab 1:16 war das fertige Gleissystem von OS-Railway mit einer funktionierenden Weichenkonstruktion. Zwar hatte ich auch hier mit Vergrößern und Verkleinern im Slicer bereits erste Erfahrungen gesammelt, dennoch ist das nicht gleichzusetzen mit einem richtigen für den Maßstab entwickelten Gleissystem.
  3. Und schließlich fehlte es an etwas Motivation für den Schritt der Vergrößerung. Hier halfen neue Kontakte. Der Sandbahner und andere Feldbahnsinnige haben mich mit auf die Reise in die Welt der größeren Maßstäbe genommen.

Und dort bin ich nun angekommen. Maßstab 1:13 mit 45 Spurweite, was im Vorbild 600 mm bedeuten. Also sehr feldbahnig.

Für die neue Welt habe ich mich ein wenig umorganisiert. Vieles des 1:22,5 Materials befindet sich jetzt in anderen Händen. Übrig geblieben ist etwa eine halbe Vitrine zur Erinnerung an die vergangenen Zeiten. Die 1:16 Modelle belegen die andere Hälfte. Die Arbeiten an OS-Railway habe ich inzwischen aufgegeben.

Wenn man nun in die Visionen 2021 schaut, ist nichts mehr von den Vorsätzen des vergangenen Jahres geblieben.

Start in 1:13

Anhand der bisher entstandenen Modelle ist eine gewisse Vorliebe zur Grubenbahn erkennbar. Das ist nicht neu, sondern begann bereits im Maßstab 1:22,5 und 22 mm Spurweite (500 mm Vorbild). Die kleinen Bahnen haben es mir einfach angetan. Die bedeutendste Errungenschaft in der neuen Baugröße ist die Verwendung von Metallradsätzen. Die Beschaffung ist im Modellbau gerade in den größeren Maßstäben alles andere als einfach. Ich habe fertige Radsätze von Bertram Heyn für 45 mm Spurweite kennengelernt. Die gibt es in verschiedenen Größen, sodass typische Feldbahnfahrzeuge mit 300 mm, 400 mm und sogar 500 mm Raddurchmesser versorgt werden können. Die Radsätze müssen jedoch in vielen Fällen bearbeitet werden, wie in den Artikeln gezeigt wurde. Mittlerweile kaufe ich auch andere Radsätze aus dem LGB-Bereich und sogar einzelne Radscheiben. Immer dann, wenn keine Metallradsätze zum Einsatz kommen, achte ich auf ausreichendes Gewicht. Meistens vergieße ich Bleikugeln in Epoxydharz zur Gewichtsvergrößerung.

Der nächste wichtige Punkt war das Gleissystem. LGB-Gleise kamen nie in Frage. Ein Zufall (richtiges Produkt zur richtigen Zeit) trat ein. Locoremote (siehe Artikel 108: „Feldbahngleise für 45 mm Spurweite“) veröffentlichte ein umfassendes Gleissystem. Eigentlich für 32 mm Spurweite entworfen (Maßstab 1:19), können die Elemente problemlos beim 3D-Druck skaliert werden. Die Gleisgeometrie ist für mein Grubenbahn-Fimmel wegen der kleinen Radien ideal. Es gibt auch Vorlagen für Gleise mit größeren Radien und größere Weichen auf Thingiverse, da nicht alle Fahrzeuge auf so engen Kurven fahren können.

Das Gleismaterial sieht nicht sonderlich vorbildgerecht aus, es ist jedoch ausreichend funktional. Schöne Gleise sind für meinen Modellbahn nicht mehr so bedeutsam, da ich in 1:13 keine Modellbahnanlage bauen kann. Ich baue für die Vitrine und einige Ausfahrten finden auf dem Teppich statt.

Bahnbetrieb

Unter Modellbahn stellen sich viele Leute Anlagen und fahrende Züge vor. Dahin habe ich es nie geschafft. Und mit den Fahrzeugen in 1:13 wird ein Anlagenbetrieb noch unwahrscheinlicher. Zugegeben bin ich wohl kein Modellbahner, sondern eher ein Bauer. Ich baue Fahrzeuge für die Vitrine oder kleinere Dioramen – ein Modellarium.

In der Vergangenheit habe ich Fahrzeuge mit Motoren, Akkus und Funksteuerungen ausgestattet. Viele davon sind Jahre nicht mehr gefahren. Seit die Fahrzeuge fertig wurden, stehen sie zur Betrachtung herum. Da lohnt die Motorisierung und die Aussatttung mit Technik nicht. Aber einige wenige Fahrzeuge sollen doch fahren. Dazu habe ich mir die kleinen Feldbahnloks bzw. Grubenloks ausgesucht, die auf den engen LocoRemote-Gleisen gut fahren. Neben dem Jenbacher Pony oder der Diema DL6 gehört auch die Akkulok B 360 dazu. Und vielleicht auch noch eine B 660. Größere Loks wie die Ns2f, die Ns2 oder die O&K MD2 werden reine Stand- bzw. Rollmodelle werden.

Und dann war da noch die Deltang-Krise. In meiner Modellbahnwelt gibt es keine stromführenden Schienen. Die ideale Antriebskonfiguration besteht für mich aus 1S-Lipo-Akkus, Deltang Rx6x-Empfängern sowie 3V Getriebemotoren. Und gerade diese hervorragenden Deltang-Empfänger soll es nun nicht mehr geben (siehe Deltang-Krise). Ich werde mich erst einmal an meine Reste halten und auf eine Alternative warten.

Fahrzeug-Projekte in 1:13

Bislang habe ich ich außer einigen Loren noch nicht viele Bauberichte zum Thema 1:13 veröffentlicht. Viele Projekte sind begonnen und liegen mehr oder minder fertig herum. Einige dieser Projekte stelle ich hier kurz vor und vielleicht gibt es bald dazu den fertigen Artikel. Oder die Projekte tauchen in den nächsten Visionen wieder auf.

  • Akkulok B360
  • LKM NS1a
  • LKM Ns2f und Ns2
  • Diema DL6 & DL8
  • Deutz MAH 914

Akkulok B360

Sie ist ein Klassiker unter den DDR-Grubenloks - Die B 360 des BBA. In meiner Vitrine stehen bereits eine B 360 im Maßstab 1:22,5 sowie eine EL 71 (eine längere B 660). Die B 360 in 1:13 ist jedoch ein ganz anderes Niveau Modellbau im Vergleich zu den früheren Versionen. Die Konstruktion stammt vom Sandbahner und präsentiert sich detailliert und maßstabsgetreu. Ein Modell habe ich bereits als Rollmodell für ein Diorama gebaut. An dem in den letzten Visionen angedeuteten Tatzlagerantrieb mit 2 Getriebemotoren möchte ich mich unbedingt versuchen. Deshalb soll es ein zweites Modell mit Motorisierung geben.

Ns1a

Die Ns1a wurde beim LKM nur in geringen Stückzahlen gebaut. Nur sehr wenige Exemplare sind erhalten geblieben. Im Modell wirkt die Ns1a riesig. Hier erkannt man, wie gewaltig Modelle im Maßstab 1:13 tatsächlich sind. Und dabei ist sie in der Feldbahn-Welt keine große Lok. Die bekannte Ns2f ist noch einmal ein Stück größer. Hier kommt meine Vitrine bereits an ihre Grenzen.

Der Lokrahmen des Modells ist als Rollmodell mit Metallrädern fertig. Die Motorhaube ist bereits lackiert. Das Füherhaus muss noch komplettiert und lackiert werden.

Ns2f und Ns2

Diese beiden Standard-Feldbahnloks der DDR gehören zur 30 PS Klasse und sind auch alles andere als niedliche Feldbahn-Diesel. Sanbahners-Konstruktion besteht aus unzähligen Einzelteilen mit vielen Details. Die Bauteile für die Ns2f sind gedruckt und die Montage kann irgendwann starten. Es wird ein Rollmodell mit beweglichen Stangen werden. Die Ns2 ist eine ähnliche Konstruktion. Diese beiden Loks sind die Krönung des Feldbahn-Modellbaus. Viel mehr kann eigentlich nicht mehr folgen.

Die Bilder zeigen die Dimensionen der Lok Ns2f im Vergleich mit der Diema DL6.

Das Modell besteht aus unzähligen Einzelteilen, die bereits gedruckt und nach Baugruppen in verschiedenen Schalen lagern.

Die Montage und die Lackierung werden wohl noch eine Weile dauern. Die Ns2 ist genau so riesig. Diese Modelle passen nicht in meine Vitrinen, sodass neue Aufbewahrungsmöglichkeiten angeschafft werden müssen.

Diema DL6 und DL8

Die Diema DL6 als wohl kleinste Feldbahnlok darf nicht fehlen. Sie gab es schon in 1:16 als Rollmodell. Jetzt soll sie in 1:13 motorisiert unterwegs sein. Das Fahrzeug ist im Bau.

Später soll dann noch die größere Schwester DL8 folgen. Dazu möchte ich Motor, Elektronik und Sound aus dem Geisterwagen (siehe Artikel 104: „Geisterlore mit Antrieb und Sound“) verwenden. Bislang gibt es nur einige gedruckte Teile.

Deutz MAH 914

Der Deutz-Diesel für die Grube ist eines der ersten gestarteten Bauprojekte. Es sind alle Teile gedruckt und die Montage des Antriebsblocks wartet seit langer Zeit. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum es hier so langsam dauert. Vermutlich liegt es an den vielen gleichzeitigen Projekten.

Downloads Druckdateien

Für viele Modellbauartikel im Bereich 1:13-Modelle wird es separate Bauteile-Downloads auf Anfrage geben. Diese umfassen 3D-Druckmodelle und Detailbilder sowie zusätzliche Beschreibungen. Erkennbar sind Artikel mit Downloads an dem Tag download. In der Artikelliste gibt es einen Schnellfilter Download-Material. In den betreffenden Artikeln befindet sich meist am Ende der Hinweis zum Download-Link.

Bei einigen bestehenden Artikeln erstelle ich die Download-Pakete im Nachhinein und ändere die Artikeltexte.

Deltang-Nachfolger

Die Einstellung der Produktion von Deltang-Empfängern wirft die Frage nach potenziellen Nachfolgern auf. Vielleicht wird es einen Nachfolger geben, vielleicht aber auch nicht. Momentan sehe ich am Markt keine brauchbare Alternative. Ich habe erste Erfahrungen mit dem Mini B von LocoRemote gesammelt. Die Größe des Empfängers sowie der Betrieb mit einer Lipo-Zelle sind vielversprechend. Jedoch ist die Bedienung des Empfängers mit dem Handy unerträglich. In meiner Welt muss ein Modellbahn-Regler Knöpfe haben.

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LocoRemote-Empfänger mini b. Die Baugruppe stellt ein WLAN-Netz bereit, die Steuerung funktioniert mit einem Handy.
Locoremote

Der Mini B von Locoremote ist eine interessante und brauchbare Alternative zur Steuerung von Fahrzeugen via Funk/Wlan. Die Technik funktioniert und der Baustein ist mit einem 1S-Lipo-Akku (3,7 V) und 3 V Getriebemotor funktionsfähig.

Momentan trübt einzig die Liefersituation von den britischen Inseln sowie die Bedienung mit dem Handy das Gesamtbild.

Einige meiner Experimente mit der Hardware-Basis ESP8266 oder ESP32 und Motor-Treiber von Lolin lassen die Machbarkeit bereits erkennen. Diese Plattform verwendet auch LocoRemote. Allerdings zeigt auch hier die Chipkrise ihre Spuren. Die Motor-Platine ist seit Ewigkeiten nicht mehr lieferbar.

Das diese Art der Steuerung möglich ist, hat der Schwede Olle Sköld schon vor einigen Jahren gezeigt. Die Lokomotive Hectorrail wird mit einer LocoRemote-ähnlichen Plattform auf Basis WLAN-Steuerung betrieben. Dazu zeigte er einen Entwurf für einen Handregler, der als Grundlage für weitere Forschungsarbeiten verwendet werden kann.

Es gibt schon einen ersten Prototypen mit dem Lolin D1 Mini (Basis ESP8266) und Motorshields von Lolin und Sparkfun.

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Links der Locoremote-Empfänger und rechts eine selbst erstellte Baugruppe auf Basis der gleichen Hardware-Plattform.

Die kleine Box rechts im Bild gehört zur neuen Plattform und beinhaltet Hauptschalter, Status-LED sowie Ladebuchse.

Momentan tendiere ich mehr zum Lolin S2 Mini - eine leistungsfähigere Plattform auf Basis des ESP32. Ziel ist ein eigenständiger Handregler und ein Empfänger. Die Steuerung des Empfängers via Handy ist für mich nicht brauchbar.

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Neue Hardware mit dem Lolin S2 Mini hier noch in fliegender Verdrahtung.

Fazit

Viele gleichzeitig angefangene Projekte warten auf Fortsetzung. Ich hoffe, das ich mal nichts Neues anfange und einfach mal etwas fertigstelle. Daneben ist das Thema „Deltang-Nachfolger“ wichtig und interessant. Ich nehme mir weitere Arbeiten an der WLAN-Steuerung fest vor.

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